Wenn nichts anderes hilft: chirurgische Eingriffe bei adipösen Jugendlichen

Die Zahl der chirurgischen Eingriffe bei krankhaft Übergewichtigen steigt. Sollten solche Eingriffe auch bei Jugendlichen angewandt werden? Wie müsste die Vor- und Nachsorge aussehen? Diesem viel diskutierten Thema widmet sich der Fachbeitrag von Prof. Dr. Martin Wabitsch et al., der in Opens external link in new windowAusgabe 1/14 der Zeitschrift Opens external link in new windowAdipositas erschienen ist.

2012 waren im deutschen Register zur Erfassung bariatrischer Operationen (chirurgische Maßnahmen zur Bekämpfung des krankhaften Übergewichtes, wie bespielsweise ein Magenband) 6.000 Eingriffe gemeldet. Die bariatrische Chirurgie ist die einzige wirksame Therapie der extremen Adipositas, die zu einer deutlichen Gewichtsreduktion führt. Ihre Anwendung wird bei Jugendlichen aufgrund fehlender Langzeitdaten kontrovers diskutiert. Jugendliche leiden durch extreme Adipositas an einem hohen Risiko für medizinische und psychiatrische Folgekrankheiten sowie eine erhöhte Sterblichkeitsrate.

Geringe Langzeiterfolge bei konventionellen Programmen

Sowohl die klinische Erfahrung als auch wissenschaftliche Auswertungen haben gezeigt, dass Jugendliche mit extremer Adipositas nur in Ausnahmefällen eine dauerhafte Gewichtsreduktion erreichen. Konventionelle, verhaltenstherapeutisch orientierte Adipositasprogramme zeigen insgesamt geringe Langzeiterfolge. Hierbei schneiden die Jugendlichen mit extremer Adipositas am schlechtesten ab. Die meisten dieser Patienten verbleiben auch nach abgeschlossener Intervention in der Kategorie der extremen Adipositas.

Angesichts dieser Situation stellt sich die Frage nach alternativen Angeboten
und Möglichkeiten für diese gesundheitlich und im Alltag oft stark eingeschränkten Jugendlichen. Eine viel diskutierte Option ist die bariatrische Chirurgie.So wurden 2005 in Deutschland 18 Patienten unter 21 Jahren, und 2010 bereits 128 Patienten unter 21 Jahren operiert. Insgesamt wurden diese Operationen an 58 verschiedenen Kliniken durchgeführt. Bei den operierten Patienten wurde eine Gewichtsreduktion von 30 bis 50 kg erreicht, welche sich, im Gegensatz zu konservativ erreichten Gewichtsreduktionen, über einen Beobachtungszeitraum von 2 Jahren konstant hielt. Langfristigere Beobachtungen aus den USA zeigen vergleichbare 5-Jahres-Erfolge.

Nachsorge wird zu wenig wahrgenommen

Besorgniserregend ist jedoch, dass nur 22% der Patienten die regelmäßig empfohlenen Nachsorgen wahrnimmt und langfristige Komplikationen wie Mangelzustände und psychiatrische Komplikationen zu erwarten sind. Daher kommt der Vorbereitung und der Nachsorge bei bariatrisch-chirurgischen Eingriffen besondere Bedeutung zu. In Ausgabe 1/14 der Adipositas sind entsprechende Opens external link in new windowLeitlinien erschienen.

 

Möchten Sie den Beitrag Opens external link in new window„Manual-basiertes Vorgehen zur Vorbereitung und Nachsorge von bariatrisch-chirurgischen Eingriffen bei Jugendlichen“ (Adipositas 1/14) für Ihre Recherche als Hintergrundinformation nutzen? Fordern Sie bei Interesse unter stefanie.albert@schattauer.de das PDF an.
Wir freuen uns auf Ihre Berichterstattung. Übersenden Sie uns bei Berücksichtigung unserer Publikationen als Quellenangabe etc. bitte ein Belegexemplar (gerne auch als PDF oder Link).

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