Sozialer Jetlag: Wenn der Wecker aus dem Schlaf reißt

Die Diskrepanz zwischen innerer Uhr und gesellschaftlichen Normen

„Nur noch eine Minute….“ Klingt bekannt für viele Eltern, die morgens wiederholt ihren Nachwuchs aus den Betten schütteln wollen. Aber ist die morgendliche Müdigkeit vielleicht mehr als die Nachwirkung abendlicher jung-dynamischer Feieraktivitäten oder bloße Vermeidungsstrategie für ungeliebte Unterrichtsstunden? Im Fachbeitrag „Von Türhöhen, Vögeln und starren Gesellschaftssystemen. Ein Plädoyer für angepassten Schulbeginn“ befasst sich Prof. Dr. Till Roenneberg (München) in der Fachzeitschrift Opens external link in new windowSCHLAF mit unserer inneren Uhr und den modernen Lebensbedingungen.

Chronobiologen und Schlafmediziner weisen seit einiger Zeit darauf hin, dass die innere Uhr sich während der Jugendentwicklung ändert: bei Kindern ist sie generell früh dran, wird aber im Laufe der Pubertät und des Heranwachsens immer später bis zum Alter von etwa 19–21 Jahren, wie der renommierte Experte Prof. Dr. Till Roenneberg, München, in der neuen SCHLAF 4/2013 erläutert. „Im Durchschnitt ist die innere Uhr von Jugendlichen etwa zwei Stunden später dran als die bei Erwachsenen über 50 Jahren“, so Roenneberg. Deshalb leiden sie mehr als andere Altersgruppen unter sozialem Jetlag – einer Störung des körpereigenen Rhythmus durch äußere Zeitgeber, wie auch den frühen Schulbeginn und auch die Sommerzeit.
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Ausgeschlafene Lehrer stehen um 8:00 Uhr Schülern gegenüber, die laut ihrer inneren Uhr demnach schon um 4:00 Uhr aufstehen mussten und entsprechend unausgeschlafen sind, mit Folgen für Konzentrationsfähigkeit und anderen weitreichenderen physischen Konsequenzen. „Eine Verschwendung finanzieller und pädagogischer Ressourcen“, wie schon Dr. Alfred Wiater, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, in der SCHLAF 3/2013 argumentierte.
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Bleibt abzuwarten, wann diese Erkenntnisse sich auch politisch umsetzen lassen, denn führende Pädagogen stehen dem noch entgegen: „Die Schule ist kein Freizeitverein, wo man hin geht, wenn man ausgeschlafen hat“, wie Prof. Dr. Dr. Werner Wiater, Augsburg, dies plakativ formulierte.
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