Tag des Schlafes: Schlaf und Gedächtnis

Am 21. Juni ist der Tag des Schlafes. Wer zu wenig schläft, ist u. a. unkonzentriert und vergesslich. Macht Schlaf also schlau? Zumindest das Gedächtnis profitiert in vielfältiger Weise von gutem Schlaf. Auch Prozesse wie die Neuroregeneration werden positiv beeinflusst. Ausgabe 2/15 der Schattauer-Fachzeitschrift SCHLAF beschäftigt sich mit „Lernen & Gedächtnis“. Gastschriftleiter ist Dr. Christoph Nissen (Forschungsgruppe „Schlaf & Plastizität“ an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Freiburg i.B.), der zu den führenden Forschern in diesem Bereich zählt.

Neugeborene schlafen täglich bis zu 18 Stunden. Im Laufe unseres Lebens reduziert sich das durchschnittliche Schlafbedürfnis auf sechs bis acht Stunden bei Erwachsenen und Älteren. Warum benötigt unser Organismus so viel Zeit, in der wir auf den ersten Blick nichts tun und der Umwelt hilflos ausgeliefert sind? Wir erhalten damit unsere neuronale Plastizität, denn auch während wir schlafen, tut sich jede Menge im Gehirn, was unserem Gedächtnis zugutekommt.

Neuronale Plastizität

Die Aufnahme neuer Gedächtnisinhalte (Akquisition) und deren Verfestigung im Langzeitgedächtnis (Konsolidierung) bilden entscheidende Grundlagen dafür, dass wir uns in einer sich ständig verändernden Umwelt zurechtfinden. Die Neuaufnahme und Einbettung von Informationen in bestehende Gedächtnisstrukturen wird im Gehirn durch neuronale Netzwerkstrukturen realisiert, die entsprechend modifiziert werden können (neuronale Plastizität).

Ergebnisse der Schlafforschung deuten darauf hin, dass dem Schlaf und unserer Fähigkeit zu träumen bei der Gedächtnisbildung eine zentrale Rolle zukommt. In Träumen, die besonders an den REM(rapid eye movement)-Schlaf  gebunden sind, scheint hierbei vorwiegend die Reorganisation von Gedächtnisspuren in neue Zusammenhänge gefördert zu werden. Aktuelle Modelle gehen davon aus, dass im Wachzustand aufgenommene Informationen im nachfolgenden Schlaf reaktiviert werden. Dabei ist auch die Stärke von Assoziationen relevant. Durch die Neuordnung von Erlebtem, können neue Lösungen entstehen.

„Über ein Problem schlafen“

Der Nobelpreisträger Dimitri Mendelejew (1834-1907) berichtete beispielsweise, dass er im Schlaf auf die dem Periodensystem zugrunde liegende Gesetzmäßigkeit gekommen sei. Es sind vermutlich Erlebnisse dieser Art, die der allgemein gebräuchlichen Redewendung „über ein Problem schlafen“ zugrunde liegen und den Einfluss von Schlaf auf assoziative und kreative Prozesse eindrücklich demonstrieren.

Opens external link in new windowLesen Sie mehr im Beitrag „Die Funktion von Träumen für das Gedächtnis“  (Landmann/Nissen)


Opens external link in new windowInhaltsüberblick: Schlaf 2/15 „Lernen & Gedächtnis“

  • Schlaf, Gedächtnisbildung & neuronale Plastizität (J.-G. Maier, C. Nissen)
  • Schlafstörungen & Gedächtnis (R. Göder et al.)
  • Schlaf, neuronale Plastizität und Erholung nach einem Hirnschlag (S. B. Duss et al.)
  • Einfluss antikonvulsiver Medikamente auf den Schlaf. Epilepsie und Schlaf (B. Fiedler, G. Kurlemann)
  • Experten im Gespräch: Schlaf bei Schülern (M. Wiegand, C. Nissen)

Lesen Sie das Opens external link in new windowVorwort der Ausgabe

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Über den Schattauer Verlag
Der Schattauer Verlag für Medizin und Naturwissenschaften (gegründet 1949), Stuttgart, ist ein inhabergeführtes Traditionsunternehmen mit 60 MitarbeiterInnen. Zu den Standbeinen des Verlages zählen das renommierte Fachbuchprogramm (weltweite Anerkennung genießen dabei bspw. die Farbatlanten, u.a. Rohens „Anatomie des Menschen“, bereits in 20 Sprachen erschienen), 21 nationale und internationale Fachzeitschriften (die auflagenstärkste Zeitschrift ist die „Nervenheilkunde“, eine Zeitschrift aus dem Bereich der Neurowissenschaften) sowie die Kongressorganisation Schattauer Convention mit Fortbildungs-Seminaren für Human- und Veterinärmediziner. Ein mit dem Schattauer Verlag verbundenes Unternehmen ist der Psychiatrie Verlag, Köln.