Hilfe bei Prüfungsangst und Lampenfieber

Cersten Jacob

Für viele Menschen sind Prüfungen ein Thema, das mit Angst besetzt ist. Schattauer-Autor Cersten Jacob hat mit "Opens external link in new windowVon Prüfungsangst zu Prüfungsmut, von Lampenfieber zu Auftrittslust" ein Buch mit hilfreichen Tipps geschrieben. Im Interview stellt er die wichtigsten Thesen daraus vor.


Herr Jacob, warum haben manche Menschen starkes Lampenfieber oder so schlimme Prüfungsangst, dass sie sich damit selbst im Weg stehen?

Cersten Jacob: Menschen kommen nicht mit Prüfungsangst auf die Welt. Es mag Ängste geben, die von den Vorfahren sinnvollerweise mitgegeben wurden. Die meisten Ängste allerdings basieren auf negativen Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben, manchmal schon sehr früh. Bei meinen Seminarteilnehmern erforschen wir in der Regel die erinnerbaren Erfahrungen. Das kann das Versagen beim Aufsagen des Weihnachtsgedichtes sein, das Scheitern im Matheunterricht an der Tafel, aber auch scheinbar sehr abwegige Erlebnisse wie ein offener Hosenstall bei einer Auszeichnung vor der gesamten Schule, eine vergessene wichtige Liste für einen Sportwettkampf. Die negativen Gefühle werden im Hippocampus im limbischen System gespeichert. Und wenn auf die Kandidaten eine Situation zuzukommen scheint, die dem Muster der negativen Erfahrung entspricht, kommt es zu den Befindlichkeiten, die wir Lampenfieber und Prüfungsangst nennen, weil das limbische System Alarm schlägt.

Welche Tipps und Strategien liefern Sie in Ihrem Buch gegen die Angst?

Cersten Jacob: Man kann sich an eine Situation erinnern, in der man sich so gefühlt hat, wie man es beispielsweise bei einer zukünftigen Präsentation wünscht - ein Erlebnis in Gemeinschaft mit Freunden oder Verwandten, bei dem man locker, konzentriert und fit war. Es ist wichtig, sich genau zu erinnern, wie die Situation aussah, wie man sich gefühlt hat. So konkret wie möglich: Was konnte man mit seinen Sinnen wahrnehmen? Welche Ressourcen hatte man in dieser Situation zurVerfügung? Man kann diese Sequenzen ausschneiden und das eigene Ich damit in dem Bild einer zukünftigen Präsentationssituation verbinden. Dann lässt man einen Film vor seinem inneren Auge ablaufen und stellt sich vor, wie positiv die zukünftige Situation verläuft. Das lässt sich mehrmals und mit verschiedenen positiven Erinnerungen wiederholen, am besten, wenn man entspannt und zurückgezogen ist, mit geschlossenen Augen. Es ist auch möglich, die positiven Gefühle zu „ankern, indem man, wenn man ganz „drin" ist, auf einen bestimmten Punkt drückt, zum Beispiel auf den Handrücken. Mit Druck auf diesen Punkt lassen sich dann bei Bedarf die damit verbundenen Gefühle und Ressourcen aktivieren, wenn man sie braucht. Eine genauere Anleitung und die passende Entspannungsmusik finden die Leser des Buchs online.

Können Sie noch weitere Tipps geben?

Cersten Jacob: Hilfreich ist beispielsweise, viel zu lachen und zu singen, auch Ausdauersport kann Gutes bewirken. In vielen Orten Deutschlands werden schon regelmäßig Lachyoga-Abende angeboten.

Das Interview führten Stefanie Engelfried und Karin Ait Atmane, auch in KNV aktuell Heft 1, S. 14-15 v. März 2015 erschienen

 

Übern den Autor:
Cersten Jacob ist Schauspieler, Dozent und Leiter des „Daedalus-lnstituts für kunstvolle Kommunikation". Er gibt Seminare in allen Bereichen der menschlichen Kommunikation und der Präsentation. Mit seinen einfach umsetzbaren Methoden gegen Prüfungsangst spricht er Schüler ebenso wie Lehrer an, Studenten wie Professoren, Teamleiter, Geschäftsführer, Schauspieler und viele andere.

Pressekontakt:
Stefanie Engelfried
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Über den Schattauer Verlag
Der Schattauer Verlag für Medizin und Naturwissenschaften (gegründet 1949), Stuttgart, ist ein inhabergeführtes Traditionsunternehmen mit 60 MitarbeiterInnen. Zu den Standbeinen des Verlages zählen das renommierte Fachbuchprogramm (weltweite Anerkennung genießen dabei bspw. die Farbatlanten, u.a. Rohens „Anatomie des Menschen“, bereits in 20 Sprachen erschienen), 21 nationale und internationale Fachzeitschriften (die auflagenstärkste Zeitschrift ist die „Nervenheilkunde“, eine Zeitschrift aus dem Bereich der Neurowissenschaften) sowie die Kongressorganisation Schattauer Convention mit Fortbildungs-Seminaren für Human- und Veterinärmediziner. Ein mit dem Schattauer Verlag verbundenes Unternehmen ist der Psychiatrie Verlag, Köln.