Pathologisches Chatten mit dem Smartphone:
Neues psychiatrisches Störungsbild? 

Fast alle haben eins und benutzen es längst nicht mehr nur zum Telefonieren: Smartphones werden immer stärker zum gängigen Gebrauchsgegenstand. Dr. Nadine D. Wolf und Prof. Robert C. Wolf (Universitätsklinikum des Saarlands) beleuchten in ihrem Beitrag „Neue Medien, neue Störungen? Eine ‚Smartphone-Chat-Kasuistik‘“ die Gefahren des pathologischen Nutzungsverhaltens. Dieser Fachbeitrag der ein brisantes Zeitphänomen genauer untersucht, erscheint in der Schattauer Fachzeitschrift „Opens external link in new windowNervenheilkunde“, Ausgabe 5/16.

Rund 2 Milliarden Menschen sollen vorsichtigen Schätzungen des Statistik-Portals „Statista“ 2016 weltweit Smartphones für jegliche Art von Kommunikation nutzen. Um soziale Kontakte zu pflegen, wird nicht mehr nur telefoniert. Unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen, aber auch über sämtliche Altersgruppen hinweg, sind Kommunikations-Apps zunehmend beliebt. Als Marktführer gilt derzeit „WhatsApp“.

Laut Focus Online (2.2.2016) soll WhatsApp „die Marke von 1 Milliarde Nutzern“ erreicht haben, täglich würden ca. 42 Milliarden Nachrichten, 1,6 Milliarden Fotos und 250 Millionen Videos versendet werden. Doch die schrankenlose Kommunikationsmöglichkeit von entsprechenden Chat-Apps birgt das Risiko exzessiven und dysfunktionalen Verhaltens.

Wer sein Smartphone hochfrequent nutzt, erzielt unterschiedlichen Publikationen zu Folge eine geringere akademische Leistung, ist ängstlicher und weist eine geringere Lebenszufriedenheit auf. Ebenfalls könnte ein Zusammenhang mit Schlafstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen und depressiven Symptomen bestehen.

Kasuistik: 38-Jähriger mit pathologischer App-Nutzung


Dr. Nadine D. Wolf und Prof. Robert C. Wolf stellen in ihrem Fachbeitrag den Fall eines 38-jährigen Patienten vor, der sich mit depressiven Symptomen zur Aufnahme in eine tagesklinische Behandlung vorstellte. Er beschäftigte sich mindestens vier Stunden täglich mit seinem Smartphone, was seinen Alltag beherrschte und seine Beziehung gefährdete.

Nach 4-wöchiger psychotherapeutischer Behandlung in der Tagesklink konnte der Patient ins ambulante Setting entlassen werden. Seine App-Nutzung konnte auf zuletzt etwa eine Stunde täglich reduziert werden, was zu einer Entaktualisierung des Partnerschaftskonfliktes führte.

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Über den Schattauer Verlag
Der Schattauer Verlag für Medizin und Naturwissenschaften (gegründet 1949), Stuttgart, ist ein inhabergeführtes Traditionsunternehmen mit 60 MitarbeiterInnen. Zu den Standbeinen des Verlages zählen das renommierte Fachbuchprogramm (weltweite Anerkennung genießen dabei bspw. die Farbatlanten, u.a. Rohens „Anatomie des Menschen“, bereits in 20 Sprachen erschienen), 21 nationale und internationale Fachzeitschriften (die auflagenstärkste Zeitschrift ist die „Nervenheilkunde“, eine Zeitschrift aus dem Bereich der Neurowissenschaften) sowie die Kongressorganisation Schattauer Convention mit Fortbildungs-Seminaren für Human- und Veterinärmediziner. Ein mit dem Schattauer Verlag verbundenes Unternehmen ist der Psychiatrie Verlag, Köln.