Neue Checkliste der Adipositas-Ambulanz veröffentlicht

Risiken für Adipositas auf den Punkt gebracht

 

Laut einer aktuellen Studie des Robert Koch-Instituts, an der 14.747 Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 17 Jahren teilgenommen haben, sind 8,7% der Testpersonen übergewichtig und 6,3% fettleibig. Die Entwicklung, dass immer mehr Kinder und Jugendliche unter Übergewicht und Adipositas leiden, wirft viele Fragen auf. Allen voran steht die Frage nach der richtigen Diagnose, welche für viele Fachärzte schwierig werden kann, da die bisher gültigen Kriterien bestimmte Risiken und Gefährdungsmomente im Kontext der Adipositas nicht abdecken.


Der Fachbeitrag „Braucht Adipositas Kinderschutz?“ von Dr. P. H. Petra Rücker (Charité – Universitätsmedizin Berlin) et al., der in der Fachzeitschrift „Adipositas“ 3/16 erschienen ist, stellt mit „ADI -PLUS“ neue Ankerbeispiele vor, die als Checkliste für die richtige Diagnose fungieren und auch Eltern eine Orientierungshilfe bieten können.


Der Artikel informiert zunächst allgemein über Adipositas im Kindes- und Jugendalter und nennt Ursachen wie geringe körperliche Aktivität oder den hohen Medienkonsum. Außerdem werden Folgen der Adipositas wie orthopädische Probleme und psychische Erkrankungen genannt. Die Adipositas-Ambulanz der Charité – Universitätsmedizin Berlin befasst sich mit solchen Problemen und hat ein eigenes Beratungskonzept entwickelt, das mit einem Baukastensystem vergleichbar ist. Dieses ermöglicht individuelle Behandlungs- und Therapieangebote für adipöse Kinder und Jugendliche und deren Eltern.

Anhand des Fallbeispiels der 6-jährigen Lily (43,1 kg bei 122 cm), die vom Kinderarzt an die Adipositas-Ambulanz vermittelt wurde, wird die neue Checkliste für adipöse Kinder und Jugendliche (auch genannt Ankerbeispiele „ADI-PLUS“) vorgestellt und erklärt. Bei der Beratung von Lily und ihren Eltern zeigte sich, dass im Alltag der Familie oft Fertiggerichte zubereitet wurden. Der Aspekt Ernährung kann in der Checkliste nach verschiedenen Kriterien bewertet werden. Weitere Aspekte umfassen die Tagesstruktur (Regeln zu Mahlzeiten, Aufsteh- und Bettgehzeiten sowie zum Medienkonsum) und körperliche Aktivität (Besuch von Sportangeboten, Besitz und Nutzung eines TV/PC-Gerätes). In Lilys Fall kamen die Fachärzte unter Einbezug der neuen Checkliste zu der Einschätzung, dass eine Kindeswohlgefährdung vorliegt, da Lilys Mutter die Erziehung vernachlässigt hat und ihr keine ausreichende Betreuung bot. So konnte ein umfassendes Hilfekonzept erarbeitet werden, welches der Familie Unterstützung bei der Erziehung zusichert.

Mit der Entwicklung dieser Checkliste, die von Fachärzten zur konkreteren Diagnose und besseren Behandlung genutzt werden kann, liefert die Adipositas-Ambulanz eine wertvolle Ergänzung zum Kinderschutzbogen. Sie enthält  grundlegende Fragen zur Lebenswelt, der Mobilität und der Integration des Kindes und hilft somit festzustellen, ob das Wohl des Kindes gewährleistet ist.

 

Mehr zur Zeitschrift:

Die Schattauer Zeitschrift „Adipositas – Ursachen, Folgeerkrankungen, Therapie“ erscheint 4-mal jährlich und widmet sich dem breit gefächerten Gesundheitsproblem der Fettleibigkeit. Sie richtet sich vor allem an niedergelassene Ärzte, die sich über die aktuellen Entwicklungen zum Thema Adipositas, welches ein zunehmendes Problem unserer Gesellschaft darstellt, auf dem Laufenden halten wollen.

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Über den Schattauer Verlag
Der Schattauer Verlag für Medizin und Naturwissenschaften (gegründet 1949), Stuttgart, ist ein inhabergeführtes Traditionsunternehmen mit 60 MitarbeiterInnen. Zu den Standbeinen des Verlages zählen das renommierte Fachbuchprogramm (weltweite Anerkennung genießen dabei bspw. die Farbatlanten, u.a. Rohens „Anatomie des Menschen“, bereits in 20 Sprachen erschienen), 21 nationale und internationale Fachzeitschriften (die auflagenstärkste Zeitschrift ist die „Nervenheilkunde“, eine Zeitschrift aus dem Bereich der Neurowissenschaften) sowie die Kongressorganisation Schattauer Convention mit Fortbildungs-Seminaren für Human- und Veterinärmediziner. Ein mit dem Schattauer Verlag verbundenes Unternehmen ist der Psychiatrie Verlag, Köln.