Krieg, Flucht, Vertreibung: Herausforderungen für die Psychiatrie

Weltweit sind derzeit rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht und suchen Schutz in anderen Ländern. Mit den Herausforderungen, die sich bei der psychischen Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen und Bundeswehrsoldaten ergeben, befassen sich die Schattauer Fachzeitschriften Opens external link in new window„Nervenheilkunde“ 6/16 und „Opens external link in new windowDie Psychiatrie“ 2/16.

Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht mit Berichten und Bildern der katastrophalen Kriege und Krisen weltweit in den Medien konfrontiert sind. Die Zahl der Menschen mit akuten oder postakuten Traumatisierungsstörungen steigt. Debatten und Diskussionen über die „Flüchtlingskrise“ sind in den vergangenen Monaten mediales Top-Thema. Der Syrien-Krieg hat dabei wohl die größte Migrationsbewegung ausgelöst. Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) hat 4,8 Millionen Syrische Flüchtlinge registriert, von denen geschätzt 900.000 in Europa Asyl suchen.

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Der englische Fachbeitrag „Mental healthcare for refugees“ von Prof. Wolfgang Gaebel (LVR-Klinikum Düsseldorf) et al. geht der Frage nach, welche Maßnahmen erforderlich sind, um die psychische Grundversorgung von Menschen während und nach der Flucht sicherzustellen.
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Zahl der Asylanträge steigt weiter

Im Jahr 2015 haben laut Mediendienst Integration rund 477.000 Asylsuchende einen Asylantrag in Deutschland gestellt, davon waren rund 442.000 Erstanträge. Damit stieg die Antragszahl im Vergleich zum Vorjahr um 135%. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erfasste von Januar bis April 2016 allein 246.393 Asylanträge (+115,9% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum), davon wurden im genannten Zeitraum 194.532 entschieden.

Der Beitrag von Dr. Ulrike Kluge (Carité Berlin) befasst sich mit der „Behandlung psychisch belasteter und traumatisierter Asylsuchender und Flüchtlinge“. Die Herausforderungen dabei reichen von (sprachlichen und kulturellen) Zugangsbarrieren, über Fragen der Finanzierung der Versorgung hin zum Umgang mit den besonderen psychischen Belastungen infolge von Kriegs- und Fluchterfahren sowie den unsicheren Lebensbedingungen der Asylsuchenden und Geflüchteten im Aufnahmekontext.
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Traumafolgestörungen in der Bundeswehr

Neben Flüchtlingen sind auch Soldaten von den psychischen Auswirkungen von Kriegen und bewaffneten Konflikten betroffen. Seit 1991 haben über 350.000 deutsche Soldaten der Bundeswehr an Auslandseinsätzen teilgenommen, Ende 2015 waren es ca. 3000 in 17 Einsatzgebieten; 105 verloren dabei ihr Leben, 38 davon im direkten Kampfeinsatz (Quelle: Bundeswehr). Der Beitrag von Dr. Peter Zimmermann (Bundeswehrkrankenhaus Berlin) et al. befasst sich mit Traumafolgestörungen in der Bundeswehr. Bei Einsatzsoldaten stehen vor allem Angststörungen wie die Agoraphobie im Vordergrund.
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Weitere Beiträge zum Thema aus der Nervenheilkunde 6/16:

  • Krieg, Kultur und Psyche (Stefan Hilscher, Neubrandenburg)
    Ein subjektiver Erlebnisbericht eines Mitarbeiters von „Ärzte ohne Grenzen“
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  • Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (Prof. Jürg Kesselring, Rehabilitationszentrum Valens/Schweiz)
    Seit 150 Jahren weltweit im Humanitären Einsatz
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  • Epigenetik und Traumatisierungen (Prof. Klaus Zerres, Uniklinikum RWTH Aachen)
    Auswirkungen von traumatischem Erleben auf unsere Neurobiologie
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  • 100 Jahre Kriegstrauma (Dr. Stefanie Linden, Cardiff University)
    Haben wir aus der Vergangenheit gelernt?
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Literaturtipps zum Thema:

erscheint voraussichtl. im Oktober

erscheint voraussichtl. Ende des Jahres

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Pressekontakt:
Stefanie Engelfried
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Schattauer GmbH
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Tel: 0711-22987-20
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Über den Schattauer Verlag
Der Schattauer Verlag für Medizin und Naturwissenschaften (gegründet 1949), Stuttgart, ist ein inhabergeführtes Traditionsunternehmen mit 60 MitarbeiterInnen. Zu den Standbeinen des Verlages zählen das renommierte Fachbuchprogramm (weltweite Anerkennung genießen dabei bspw. die Farbatlanten, u.a. Rohens „Anatomie des Menschen“, bereits in 20 Sprachen erschienen), 21 nationale und internationale Fachzeitschriften (die auflagenstärkste Zeitschrift ist die „Nervenheilkunde“, eine Zeitschrift aus dem Bereich der Neurowissenschaften) sowie die Kongressorganisation Schattauer Convention mit Fortbildungs-Seminaren für Human- und Veterinärmediziner. Ein mit dem Schattauer Verlag verbundenes Unternehmen ist der Psychiatrie Verlag, Köln.