U. Goldmann-Posch (Foto: Manuela Rauch)

Schattauer-Autorin Ursula Goldmann-Posch verstorben

Von: red.

Die Schattauer-Autorin, Journalistin und mamazone-Gründerin Ursula Goldmann-Posch ist am 4. Juni im Alter von 67 Jahren an den Folgen einer schweren Erkrankung verstorben.

Ursula Goldmann-Posch hat sich mit ungeheurem Engagement dem öffentlichen Kampf gegen Brustkrebs verschrieben, nachdem sie 1996 selbst mit dieser Diagnose konfrontiert wurde und den Mangel an Informationen für Laien zu dieser Erkrankung erkannte. Sich durch fundiertes Wissen von einer „Behandelten“ zu einer „Handelnden“ zu emanzipieren, war nicht nur ihr eigener Weg.
Es war auch das Credo all ihrer Aktivitäten und Projekte, die sie erfolgreich auf den Weg gebracht hat. Sie hat ihren „Brustkrebsschwestern“ die notwendigen Informationen verständlich an die Hand gegeben und sie ermutigt, ihre Krankheit verstehen zu lernen und weitestmöglich diagnostische und therapeutische Entscheidungen mitzubestimmen.

Die kämpferische Haltung der Journalistin spiegelt sich auch in der Namensgebung der Patientinnen-Initiative  Opens external link in new window„mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V.“, die sie 1999 gegründet hat und die heute mit rund 2.000 Mitgliedern die größte Brustkrebs-Selbsthilfeorganisation in Deutschland ist. Mit zahlreichen Projekten, allen voran dem Wissenschaftskongress für Laien, die „Diplom-Patientin“, hat sie mit Unterstützung zahlreicher Vereinsaktiven und des wissenschaftlichen Beirats viele Informationslücken zu Brustkrebs geschlossen und dazu beigetragen, dass ÄrztInnen und Patientinnen sich auf Augenhöhe begegnen können.


Über-Lebensbuch Brustkrebs: Meilenstein in der Aufklärungsarbeit

Der Schattauer Verlag schätzte Ursula Goldmann-Posch als engagierte Autorin. Das 2003 erstmals erschienene „Opens external link in new windowÜber-Lebensbuch Brustkrebs“, das sie gemeinsam mit der ebenfalls an Brustkrebs erkrankten Ärztin und Medizinjournalistin Rita Rosa Martin schrieb, bildete das zentrale Werk für das Schließen von Informationslücken zum Thema Brustkrebs. „Das erste Fachbuch für die mündige Patientin“ sorgte damals für großes Aufsehen und war die konsequente Fortsetzung der Informations- und Aufklärungsarbeit der Brustkrebsaktivistinnen.

In den ersten Rezensionen heißt es:

„Was in Brustkrebs-Ratgebern oft wie graue Theorie daherkommt, die nichts mit der Lebenswirklichkeit von Patientinnen zu tun hat, vereinigt sich hier zu einer Mischung aus fachlicher Kompetenz und emotionaler Glaubwürdigkeit […] Für Medizinabteilungen im Sortiment kann dies mehr als ein Brustkrebs-Ratgeber sein, weil das Buch Patientinnen nicht belehrt, sondern stark macht.“
(BuchMarkt, April 2003)

„Dieses ‚Powerpaket im Kampf gegen den Brustkrebs‘ gibt Patientinnen ein wertvolles, individuell nutzbares Instrument an die Hand und ermöglicht ihnen, der Diagnose Brustkrebs mit einer aktiven, informierten und selbstbewussten Haltung entgegenzutreten.“
(Schweizer Zeitschrift für Onkologie 1/2003)



Seit der Erstausgabe 2003 hat sich das Buch mit jeder der fünf Auflagen weiterentwickelt. Derzeit ist die 6. Auflage in Planung, mit der die „Anleitung zur aktiven Patientin“ aktualisiert und konsequent weitergeführt wird.




„Der Schattauer Verlag, aber auch ich persönlich trauern um eine beeindruckende Persönlichkeit. Wir schätzten die warmherzige, gewinnende Art unserer Autorin, gepaart mit ihrer hohen fachlichen Kompetenz und kämpferischen Entschlossenheit. Ihr immenser Einsatz für das Über-Leben von Brustkrebs-Betroffenen hinterlässt ein Erbe von unschätzbarem Wert.“
(Dr. Petra Mülker, Lektoratsleitung Schattauer Verlag)



Weiteres Engagement

Ursula Goldmann-Posch initiierte und prägte bei mamazone viele Projekte:

  • „Projekt Diplompatientin“ (Wissenschaftskongress für Patientinnen)
  •  mamazone-mobil (mit Über-Land-Fahrten werden die Informationen zu den Interessierten gebracht)
  • La Mamma (Ein Schulungs- und Dialogprogramm für und mit Pflegeberufen)
  • Mutmachmärchen

Darüber hinaus gründete Ursula Goldmann-Posch zwei Stiftungen: „Opens external link in new windowPATH – Patients’ Tumorbank of Hope“ (weltweit einzige Tumorgewebebank von Frauen mit Brustkrebs für Frauen mit Brustkrebs) und die „Opens external link in new windowPONS-S – Patienten Orientierte Nachsorge Stiftung“.


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