Ikterus
C. Reichel (1), F. Grünhage (2), V. Schmitz (3)
(1) Rehabilitationszentrum Bad Brückenau, Klinik Hartwald, Deutsche Rentenversicherung Bund, Bad Brückenau; (2) Klinik für Innere Medizin II, Universitätsklinikum des Saarlandes,Homburg/Saar; (3) Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universitätsklinikum Bonn
Zusammenfassung
Bei Ikterus handelt es sich in der Mehrzahl der Fälle um das Symptom eines schwerwiegenden Krankheitsbilds. Allerdings können die Ursachen vielfältig sein und erfordern häufig eine weitere differenzialdiagnostische Abklärung. Ikterus als Symptom einer Cholangitis oder Cholezystitis mit und ohne Verschlussikterus z.B. durch Steindurchtritt oder andere Ursachen ist regelhaft ein potenziell gefährliches Krankheitsbild. Alarmsymptome sind die Zeichen der abdominellen Infektion wie abdominelle Schmerzen, Fieber und Schüttelfrost. Zudem hat die fortschreitende Aufklärung der Mechanismen des hepatozellulären Bilirubinmetabolismus und hier insbesondere der transzellulären Transportvorgänge für organische Anionen wie Bilirubin und seine Konjugate zum besseren Verständnis einiger erblich bedingter Formen der Hyperbilirubinämie beigetragen. Die bisher übliche Einteilung der Hyperbilirubinämien muss teilweise diesen neuen pathophysiologischen Erkenntnissen angepasst werden. Diese neuen Erkenntnisse zur Pathophysiologie ermöglichen es, die zur Diagnose des Ikterus wichtigen diagnostischen Instrumente, wie Anamnese, Laboruntersuchung, Endoskopie und Bildgebung in einzelnen Fällen durch gezielte genetische Untersuchungen zu erweitern. Am Beispiel der differenzialdiagnostischen Abklärung des Ikterus lässt sich eindrücklich der Einfluss neuerer Erkenntnisse zum hepatozellulären Bilirubinmetabolismus und Transport auf die klinische Praxis nachvollziehen. Stichworte
Differenzialdiagnose, Prognose, Pathophysiologie, Ikterus, Bilirubin, Bilirubinmetabolismus, Bilirubintransport, Transportproteine für organische Anionen, OATP, multiple durg resistance proteins, MRP