Stimulationsverfahren in der Psychiatrie
T. Schläpfer
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Uniklinikum Bonn, Dpts. of Mental Health and Psychiatric Neuroimaging, Johns Hopkins University, Baltimore, MD, USA
Zusammenfassung
Psychiatrische Patienten können mit pharmakologischen und psychotherapeutischen Behandlungsstrategien in der überwiegenden Mehrzahl wirksam behandelt werden. Trotzdem sind Verläufe teilweise chronisch und weitgehend therapieresistent, bei depressiven Störungen in bis zu einem Viertel der Fälle. Bei affektiven Krankheitsbildern ist die Elektrokrampftherapie (EKT) evidenzbasiert klar wirksam und Therapie der Wahl. Die EKT, seit 75 Jahren verwendet, hat trotz ständiger technischer Verbesserungen zwei grundlegende Nachteile: Eine hohe Rückfallquote und zum Teil ausgeprägte kognitive Nebenwirkungen. In der Psychiatrie besteht ein Bedarf an wirksamen Langzeitbehandlungsstrategien mit akzeptablen Nebenwirkungsprofil. Aktuell werden vier physikalische Hirnstimulationsmethoden schwerpunktmäßig als potenzielle Behandlungsmethoden von therapieresistenten Depressionen untersucht: die Transkranielle Magnetstimulation (TMS), die Magnetkrampftherapie (MKT), die Vagusnervstimulation (VNS) und die Tiefe Hirnstimulation (THS). In diesem Beitrag werden die vorhandenen Daten zur Anwendung dieser Hirnstimulationsmethoden bei therapieresistenten Depressionen diskutiert. Stichworte
Transkranielle Magnetstimulation, Tiefe Hirnstimulation, Vagusnervstimulation, Magnetkrampftherapie