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Nach der Pandemie ist vor der Pandemie?

Zeitschrift: Kinder- und Jugendmedizin
ISSN: 1617-0288
Thema:

Infektionskrankheiten und Impfprävention

Ausgabe: 2017 (Vol. 17): Heft 4 2017
Seiten: 247-255

Nach der Pandemie ist vor der Pandemie?

Krankheitslast durch Influenza A(H1N1)pdm09 bei Kindern in Deutschland nach dem Jahr 2009

A. Streng (1), J. G. Liese (1)

(1) Universitätsklinikum Würzburg, Kinderklinik und Poliklinik, Pädiatrische Infektiologie und Immunologie

Stichworte

Pädiatrie, Influenza, Hospitalisierung

Zusammenfassung

Der Erreger der Influenza-Pandemie von 2009/10, A(H1N1)pdm09, manifestierte sich anfänglich mit zum Teil schweren Verläufen vor allem bei älteren Kindern und Jugendlichen, insbesondere bei Vorliegen einer Grunderkrankung. Während der Pandemie infizierten sich in Deutschland ca. 50 % der 5- bis 17-Jährigen und 25 % der jüngeren Kinder mit diesem Erreger. Seit der Pandemie zirkuliert A(H1N1)pdm09 mit A(H3N2) und Influenza B. Damit stellte A(H1N1)pdm09 einen relevanten Anteil der in Arztpraxen und normalstationär behandelten pädiatrischen Influenza-Erkrankungen, schien aber hier nicht zu schwereren Verläufen zu führen als sonstige zirkulierende (Sub)Typen. Schwere Erkrankungen bei Kindern waren nach wie vor selten; A(H1N1)pdm09 führte allerdings während und nach der Pandemie häufiger zu Intensivstationsaufnahmen als andere zirkulierende (Sub)Typen. Das Altersspektrum von an A(H1N1)pdm09 erkrankten Intensivpatienten verschob sich post-pandemisch zu jüngeren Kindern. Schwere Erkrankungen mit A(H1N1)pdm09 betreffen nach wie vor vorwiegend Kinder mit Grunderkrankungen. Eine bessere Umsetzung der Influenza-Impfempfehlung für Kinder aus Risikogruppen sollte angestrebt werden.

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