Gesamtübersicht

Magenmodulierende Operationen bei Patienten mit Adipositas und psychiatrischen Komorbiditäten

Zeitschrift:Nervenheilkunde
ISSN:0722-1541
Ausgabe:2012: Heft 1-2 2012 (1-100)
Seiten:55-60

Magenmodulierende Operationen bei Patienten mit Adipositas und psychiatrischen Komorbiditäten

M. Nagel (1, 2), S. Koenecke (3), B. Willenborg (1), M. Penshorn (1), E. Gorsky-Ostmeier (3), W. Tigges (4), H. Tigges (5), U. Schweiger (1)

(1) Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck; (2) Asklepios Klinik Nord – Wandsbek, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Hamburg; (3) MDK Nord, Beratungs- und Begutachtungszentrum Hamburg; (4) Chirurgische Klinik, Asklepios Westklinikum Hamburg, Adipositas Zentrum Hamburg; (5) Adipositas Zentrum Bodensee im Klinikum Konstanz, Chirurgie I, Konstanz

Zusammenfassung

Ziel der vorliegenden Übersichtsarbeit ist es, Informationen zusammenzutragen, die die Beratung eines psychisch kranken und adipösen Patienten bezüglich der Therapieoptionen von Adipositas ermöglichen. Es wurde eine Recherche der aktuellen Studienlage unter Berücksichtigung der S3-Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), der deutschen Gesellschaft für Allgemein und Viszeralchirurgie (DGAV), der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft für Adipositaschirurgie (CA-ADIP), der Leitlinien der Sozialmedizinischen Expertengruppe (SEG 7) und der aktuellen Methoden und Produktbewertung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) durchgeführt. Bei Betroffenen mit psychiatrischen Erkrankungen ist das Ergebnis der Operation ungünstiger als bei psychisch gesunden Menschen. Das ungünstigere Ergebnis hat allerdings nicht das Ausmaß, dass sich hieraus eine Kontraindikation ergibt. Eine intensive medizinische, psychiatrische und psychotherapeutische Nachbetreuung ist zwingend erforderlich. Eine Kontraindikation gegen bariatrische Operationen ergibt sich bei Menschen mit einer psychischen Störung nicht aus einer Diagnose, sondern gegebenenfalls aus einer eingeschränkten Fähigkeit, die Nachbetreuung wahrnehmen zu können.

Stichworte

Adipositaschirurgie, Psychische Störung, Bariatrische Operation

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