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M. Tietke (1), O. Jansen (1)
(1) Institut für Neuroradiologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Die arteriosklerotische Stenose der Karotiden ist eine der häufigsten Ursachen für den ischämischen Schlaganfall. Zur Therapie der Karotisstenose stehen die Stentbehandlung (CAS) und die Thrombendarterektomie (TEA) zur Verfügung. Der Studienstand zeigt ein weitgehend ausgewogenes Verhältnis der beiden Verfahren in Bezug auf die periprozedurale Komplikationsrate und die Langzeitprotektion vor Schlaganfällen. Allerdings muss akzeptiert werden, dass die angestrebte Gleichheit beider Verfahren statistisch nicht bewiesen werden konnte. Auswirkungen der Stenttechnik sowie der verwendeten Stentdesigns auf die periinterventionellen Komplikationsraten wurden gezeigt, ebenso Effekte aus der Erfahrung des behandelnden Zentrums. Dabei waren in gepoolten Studiendaten (EVA-3, SPACE-I, vorläufige Ergebnisse des ICSS-Trial) Vorteile für das unprotektionierte Stenting mit Verwendung von Stents mit geschlossenem Stentdesign nachweisbar. Dies bedeutet, dass nach der Datenlage die Auswahl des Therapiezentrums eine größere Auswirkung auf die Komplikationsrate hat als die Wahl des Therapieverfahrens. Deshalb sollte nach einer dezidierten neuroradiologischen Diagnostik die Wahl des Verfahrens bei arteriosklerotischen Karotisstenosen möglichst interdisziplinär von Neurologen, interventionellen Neuroradiologen und Gefäßchirurgen im Konsens unter Berücksichtigung des Patientenwunsches entschieden werden.
Stent, CAS, Karotis, Thrombendaterektomie