Gesamtübersicht

Endovaskuläre Behandlung von arteriovenösen Malformationen

Zeitschrift:Nervenheilkunde
ISSN:0722-1541
Ausgabe:2010: Heft 3 2010 (93-172)
Seiten:103-111

Endovaskuläre Behandlung von arteriovenösen Malformationen

I. Wanke (1, 2), M. Forsting (2)

(1) Klinik Hirslanden, Zürich, Schweiz; (2) Abteilung für diagnostische und interventionelle Radiologie und Neuroradiologie des Universitätsklinikums Essen

Zusammenfassung

Arteriovenöse Malformationen (AVM) sind pathologisch angelegte Gefäße, die ohne Zwischenschalten von Hirngewebe einen AV-Shunt bilden. Durch den hohen arteriellen Druck und die pathologische Struktur der Gefäßwände besteht die Gefahr einer intrakraniellen Blutung. Die Blutung gehört zu den häufigsten klinischen Symptomen neben epileptischen Anfällen, chronischen Kopfschmerzen und fokal-neurologischen Defiziten ohne nachgewiesene Blutung. Das jährliche Blutungsrisiko liegt bei etwa 2 bis 4%. Folgende Parameter sind Kennzeichen für eine erhöhte Blutungsgefahr: kleine AV-Malformationen (Nidusgröße < 3 cm), tiefe Lage (peri- oder intraventrikulär, oder in den Basalganglien), tiefe venöse Drainage und venöse Stenose sowie assoziierte Aneurysmen juxta- oder intranidal. Bei bereits stattgehabter Blutung ist das Risiko einer Reblutung, insbesondere in den ersten sechs Monaten, deutlich erhöht. Die Indikation zur Behandlung einer AVM ist streng zu stellen und interdisziplinär zu treffen. Das Therapiekonzept sollte gemeinsam zwischen Neuroradiologen, Neurochirurgen und Strahlentherapeuten erarbeitet werden.

Stichworte

Zerebrale AV-Malformationen, Blutungsrisiko, endovaskuläre Behandlung

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