Stuttgart, Mai 2008 – Zum sechsten Mal findet vom 4. bis 6. Juli 2008 der Internationale Kongress über Theorie und Therapie von Persönlichkeitsstörungen (IKTTP) statt. In der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwigs-Maximilians-Universität München treffen sich namhafte Psychiater und Psychotherapeuten vorwiegend aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien, um neueste Erkenntnisse zum Thema „Persönlichkeitsstörungen & Theory of Mind“ zu diskutieren.
„Das Konzept ‚Theory of mind’ birgt ein für das Gebiet der Persönlichkeitsstörungen großes Potential“, so Dr. med. Dipl.-Psych. Wulf Bertram, verlegerischer Geschäftsführer des Stuttgarter Schattauer Verlages sowie Mitveranstalter des Kongresses. Die Wurzeln des Begriffes „Theory of mind“ liegen in der kognitiven Entwicklungspsychologie und der Philosophie des Geistes. Dabei geht es um alltagspsychologische Konzepte, mit denen ein Mensch seinem Gegenüber mentale Zustände wie Wissen, Glauben oder Fühlen zuschreibt. Diese Zustände sind nicht direkt zu beobachten, können aber erschlossen werden. Dieser Prozess findet naturgemäß auch im Rahmen einer Psychotherapie statt: Der Therapeut trifft Vorhersagen, wie sich jemand verhalten wird oder er interpretiert, warum er sich bereits auf eine bestimmte Weise verhalten hat. Für die Persönlichkeitsstörungen ist dieses Konzept besonders wichtig, da diese häufig mit Varianten und Störungen im Bereich der „Theory of Mind“ einhergehen.
In zahlreichen Vorträgen und Workshops, zu denen wieder hochkarätige Referenten gewonnen werden konnten, erweitern die Kongressteilnehmer ihre Kenntnisse im Bereich Persönlichkeitsstörungen und lernen neue Behandlungsmethoden kennen. Dabei wird Praxisnähe groß geschrieben: Die Referenten beziehen aktuelle Befunde zu theoretischen und therapeutischen Aspekten verschiedener Störungsbilder in ihre Ausführungen mit ein. Das traditionelle „Kernberg Special“, ein Vortrag des international renommierten Nestors der psychoanalytischen Persönlichkeitstheorie und -forschung, Professor Dr. Otto F. Kernberg, schließt die Tagung mit dem Thema „Theory of Mind – der psychoanalytische Standpunkt“. Da ein vergnügtes Hirn besser lernt als ein angestrengtes, bietet das (Psychiater- und Psychotherapeuten-)Trio „Braintertainers“ mit Manfred Spitzer, Wulf Bertram und Joram Ronel mit jazzigen Rhythmen am Samstagabend Unterhaltung vom Feinsten.
Seit 10 Jahren findet der IKTTP alle zwei Jahre statt. Veranstalter sind die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der LMU München, die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der TU München, das Max-Planck-Institut für Psychiatrie München, die Psychosomatische Klinik Windach, die Klinik für Psychiatrie des Universitätsklinikums Graz sowie der Schattauer Verlag, Stuttgart. Die Tagung ist als Fortbildungsveranstaltung von der Bayerischen Landesärztekammer anerkannt.
Anmeldung bei: SKS – SchattauerKongressService, Herrn Klaus Jansch, Tel. 0711 / 22 987 - 59,
klaus.jansch(at)schattauer.de. Kongressprogramm und weitere Informationen unter
www.ikttp.de.