Kinder psychisch kranker Eltern

Wie kann ihnen geholfen werden?

Stuttgart, Juni 2008 – Viele Patienten, die unter psychischen Störungen leiden, haben Kinder unter 18 Jahren. Zweifellos stellt eine psychische Erkrankung der Eltern für Kinder eine große Belastung dar. Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Nervenheilkunde“ (6/2008) des Stuttgarter Schattauer Verlages setzt sich kritisch mit diesem Thema auseinander. Die Autoren stellen Präventionsmaßnahmen, Behandlungsprogramme, Hilfsangebote für Eltern und Kinder sowie Ergebnisse von aktuellen Befragungen der Eltern vor.

Wenn ein Elternteil an einer psychischen Störung erkrankt, ist dies für die ganze Familie eine große Belastung. Die Eltern können mit der Erziehung überfordert sein oder die Kinder sich beispielsweise schuldig fühlen am Verhalten ihrer Eltern. Da Kinder psychisch kranker Eltern ein erhöhtes Risiko aufweisen, selbst zu erkranken, ist dringend Aufklärung und Unterstützung gefragt. Dabei ist es wichtig, dass die Kinder-, Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie sowie die Jugendhilfe zusammenarbeiten.

Prinzipiell gilt: Je früher erkannt wird, dass Hilfe nötig ist, desto früher kann gehandelt werden. Die Zeitschrift stellt Projekte vor, bei denen Kinder beispielsweise über die Erkrankung der Eltern aufgeklärt werden. Zudem sollen gemeinsame Gespräche der Familienmitglieder Verständnis füreinander wecken. Aber auch während eines Klinikaufenthaltes eines Elternteils benötigen die Kinder gute Versorgung, so dass sich die Mutter oder der Vater „beruhigt“ einer Behandlung unterziehen kann. Hier können schon Kinderbetreuungsangebote oder Hilfe im Haushalt viel bewirken.