Der große Sitzungssaal des Stuttgarter Rathauses war bis auf den letzten Platz besetzt, als der bekannte Ulmer Hirnforscher Professor Manfred Spitzer im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Forum Bildung" der Stuttgarter Nachrichten am 1. Februar über das Thema "Frühförderung" sprach. Sein Gesprächspartner war Ulrich Groß (Leiter der Römerschule Stuttgart). Die Moderation übernahm Maria Wetzel, Bildungsredakteurin der Stuttgarter Nachrichten.
Wie wichtig es ist, Kinder frühzeitig zu fördern, betonen Wissenschaftler und Bildungspolitiker spätestens seit dem Pisa-Schock 2001. Die 5. Veranstaltung der Reihe Forum Bildung unter dem Motto "Auf den Anfang kommt es an" beschäftigte sich mit den Fragen, warum Frühförderung so wichtig ist und wie diese konkret aussehen sollte.
Das Interesse von Eltern, Pädagogen und Ärzten war so groß, dass die Gesprächsrunde kurzfristig vom Alten Feuerwehrhaus Süd ins Rathaus verlegt werden musste, um allen Zuhörern Platz zu bieten - und es kamen rund 500!
Schattauer-Verleger Dr. Bertram, der Manfred Spitzer und seine Gesprächspartner vor der Veranstaltung begrüßte, zeigte sich hoch erfreut, dass der Abend mit dem Bestseller-Autor des Verlages ein so großes Echo fand.
Erkenntnisse der Hirnforschung in die Schule übertragen
Manfred Spitzer und Ulrich Groß gaben aus Sicht der Neurowissenschaft und der Schulpraxis Tipps und Ratschläge für Eltern und Lehrer und brachten diese in den Kontext der aktuellen Gegebenheiten und der Bildungspolitik.
Nach Ansicht des Ulmer Mediziners sollten die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung stärker in der Unterrichtspraxis berücksichtigt werden. Besonders wichtig wäre es, den Spaß am Lernen und die Neugier der Kinder zu fördern, denn "Emotionen beschleunigen den Lernprozess." Der Leitspruch "mit der Schule beginnt der Ernst des Lebens", sei laut Spitzer der völlig falsche Ansatz.
Er warnte ebenfalls vor übermäßigem Medienkonsum der Kinder und Schüler: "Die Welt per Mausklick zu begreifen, ist eine schlechte Idee." Denn virtuell gelerntes Wissen bleibe nur sehr oberflächlich hängen und beeinflusse unser Gedächtnis negativ. Professor Spitzer sprach in diesem Zusammenhang von "digitaler Demenz".
Viele interessierte Fragen aus dem Publikum
Nach der rund 70-minütigen Gesprächsrunde hatte das Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Dieses Angebot wurde sehr rege angenommen. Dabei wurden viele spannende Themen angesprochen, unter anderem: Verderben Noten die Lust am Lernen? Wie macht man die Schule zu einer "lernfördernden Umgebung"? Wie kann der lernunterstützende Aspekt der Bewegung besser in den Schulalltag integriert werden?
Eine ausführliche Berichterstattung können Sie den Stuttgarter Nachrichten vom
3. Februar entnehmen.
"Forum Bildung" ist eine Veranstaltungsreihe der Stuttgarter Nachrichten, die die Bildungspolitik unter die Lupe nimmt. Einen Überblick über die Veranstaltungen 2012 finden Sie
hier.
Ein Interview mit Prof. Spitzer zum Thema finden Sie
hier.
Der Schattauer Verlag begleitete die Veranstaltung mit seinem Autoren Professor Spitzer mit einem Büchertisch der Buchhandlung
"Buch im Süden". Dieses Angebot wurde von den Besuchern sehr gut angenommen.

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