6. Internationaler Kongress über Theorie und Therapie von Persönlichkeitsstörungen (IKTTP) ging erfolgreich zu Ende

4. bis 6. Juli 2008, München 

Prof. Peter Fonagy und Prof. Thomas Bronisch vom Organisationskommittee

Am 6. Juli 2008 ging der Internationale Kongress über Theorie und Therapie von Persönlichkeitsstörungen (IKTTP) mit großem Erfolg zu Ende. Zum sechsten Mal innerhalb der vergangenen zehn Jahre trafen sich renommierte Psychiater und Psychotherapeuten vorwiegend aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwigs-Maximilians-Universität München. Über 500 Teilnehmer diskutierten vom 4. bis 6. Juli neueste Erkenntnisse zum Thema „Persönlichkeitsstörungen & Theory of Mind“.

Prof. Anna Buchheim am Rednerpult

„Wieder einmal hat der Kongress neue Impulse für die Behandlung schwerer psychischer Störungen gegeben. Das Konzept der ‚Theory of Mind’ erweist sich als ausgesprochen ergiebig für das Verständnis und die Therapie von Persönlichkeitsstörungen“, so Dr. med. Dipl.-Psych. Wulf Bertram, verlegerischer Geschäftsführer des Stuttgarter Schattauer Verlages sowie Mitveranstalter des Kongresses – und selbst Psychotherapeut. Die Wurzeln des Begriffes „Theory of mind“ liegen in der kognitiven Entwicklungspsychologie und der Philosophie des Geistes. Dabei geht es um die Fähigkeit des Menschen, sich in den mentalen und emotionalen Zustand seines Gegenübers hineinzuversetzen und sein Handeln darauf abzustimmen. Auch im Rahmen einer Psychotherapie findet dieser Prozess naturgemäß statt: Der Therapeut trifft Vorhersagen, wie sich jemand verhalten wird oder er interpretiert, warum er sich bereits auf eine bestimmte Weise verhalten hat. Für die Persönlichkeitsstörungen ist dieses Konzept besonders wichtig, da Menschen mit schwerwiegenden Problemen im Umgang mit ihrer Umwelt oder mit sich selbst häufig Störungen im Bereich der „Theory of Mind“ aufweisen. 

Prof. Michael Wiegand referiert zum Thema "Traum"


Prof. Otto F. Kernberg begeisterte mit seinem "Kernberg-Special"



Prominente Referenten - hier im Publikum: V.l.n.r, obere Reihe: Prof. Dr. Dr. Dr. Felix Tretter, PD. Dr. Thomas Frodl; darunter Prof. Dr. Michael Wiegand, Dr. Wulf Bertram, 1. Reihe: Prof. Dr. Michael Zaudig, Prof. Dr. Thomas Bronisch

In 40 Workshops und 14 Hauptvorträgen und Symposien mit so renommierten Referenten wie Otto F. Kernberg (New York), Peter Fonagy (London), Niels Birbaumer (Tübingen) konnten die Kongressteilnehmer ihre Kenntnisse im Bereich Persönlichkeitsstörungen erweitern und neue Behandlungsmethoden kennen lernen. Dabei wurde Praxisnähe groß geschrieben. Das traditionelle „Kernberg Special“, ein Vortrag des international renommierten Nestors der psychoanalytischen Persönlichkeitstheorie und -forschung, Professor Dr. Otto F. Kernberg, schloss die Tagung mit dem Thema „Theory of Mind – der psychoanalytische Standpunkt“ – und war bis auf den letzten Platz ausgebucht. „Der Kongress tanzt …“ hieß es schließlich am Samstagabend: Das (Psychiater- und Psychotherapeuten-)Trio „Braintertainers“ mit Manfred Spitzer, Wulf Bertram und Joram Ronel sorgte mit jazzigen Rhythmen für den vergnüglichen Ausgleich nach einem langen, instruktiven Kongresstag. 

Seit 10 Jahren findet der IKTTP alle zwei Jahre statt. Veranstalter sind die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der LMU München, die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der TU München, das Max-Planck-Institut für Psychiatrie München, die Psychosomatische Klinik Windach, die Klinik für Psychiatrie des Universitätsklinikums Graz sowie der Schattauer Verlag, Stuttgart. Die Tagung
ist als Fortbildungsveranstaltung von der Bayerischen Landesärztekammer anerkannt. 

Ein voll besetzter Saal


... Reger Andrang am Büchertisch und bei der Industrieausstellung