Kurzinterview: 2 Fragen an Ina Hullmann

Ina Hullmann

Ina Hullmann ist Diplom-Psychologin, Hypnotherapeutin und Autorin mit zusätzlicher Bühnen- und Sprecherausbildung. Nach dem Studium Klinischer Psychologie war sie zunächst vier Jahre als Psychologin in Fachkliniken tätig. Ihrer lebensbejahenden Einstellung und Berufung folgend, löste sie sich 1999 vom traditionellen Psychotherapiekonzept, um sich als Coach und Trainerin einem modernen, ressourcenorientierten Ansatz zuzuwenden. Techniken zur Entfaltung menschlicher Potenziale, Meditation und die Hypnotherapie nach Milton Erickson stehen seitdem im Fokus ihrer Arbeit. Zu ihren internationalen Klienten zählen u.a. Unternehmer, Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik, Leistungssportler und Künstler.
Seit 2012 ist sie Autorin im Schattauer Verlag, außerdem Produzentin und Herausgeberin der «myCoach Meditationen». Seit vielen Jahren tritt sie als TV-Psychologin und Expertin im deutschsprachigen Fernsehen auf (VOX, RTL).

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1. An welche kuriose/lustige/ungewöhnliche Situationen im Berufsalltag denken Sie gerne zurück?


Hullmann: Es gibt Situationen mit Klienten, wo Metaphern wahre Brücken schlagen können, wie beispielsweise die folgende Fallgeschichte zeigt: Ein It-Spezialist kam zu mir in die Praxis und klärte mich gleich auf, dass er überhaupt nicht wisse, was er hier solle. Seine Freundin hätte ihn zu mir geschickt, weil er nicht mit ihr reden könne. Da mein Klient kein psychologisches Grundverständnis zeigte und nicht verstehen konnte, was er nun bei einem Coaching solle, dafür aber ein herausragendes Technikverständnis besaß, startete ich die Sitzung mit einer metapherbasierten Erklärung, wie der Mensch und zwischenmenschliche Kommunikation ganz allgemein funktionieren würde. Den biologischen Computer im Oberstübchen beschrieb ich ihm als Urzeitmodell eines Steinzeit-Computers ohne Update. Als ich ihn fragte, was wohl passieren würde, wenn er mit einem völlig überalterten Betriebssystem heute im Internet surfen würde, fing mein Klient an zu lachen. Er schüttelte den Kopf und antwortete mir: „Klar, sie meinen ich müsste mir unbedingt mal ein Update meiner Kommunikationsfähigkeiten herunterladen?“ „Eventuell brauche ich sogar noch ein paar gute Kommunikations-Apps dazu“, fügte er augenzwinkernd hinzu.

Mit Hilfe der Computer-Metapher hatte er sofort die Ursache seines Problems verstanden und sah nun sogar passende Lösungswege. Und er ergänzte begeistert, dass er nun auch wisse, worum es beim Coaching ginge – nämlich ein Update von Fähigkeiten, um sie an aktuelle Herausforderungen anzupassen. Nach dieser ersten Sitzung, in der viel und herzlich gelacht wurde, kam eine E-Mail von ihm mit folgendem Wortlaut: „“Ich wollte mich nochmals herzlich für Ihre Hilfe bedanken. Sie haben mir durch Ihre Inputs den Zugang zu einer ganz neuen Welt geöffnet (...) Ich fühle mich, als hätte ich endlich verstanden, weshalb ein Gehirn in meinem Kopf steckt und wie ich dieses steuern und benutzen kann. Danke! Danke! Danke!“


2. Wollten Sie schon immer werden, was Sie jetzt sind?

Hullmann: Mit 15 Jahren war ich bereits neugierig darauf, die Geheimnisse des Gehirns zu entschlüsseln. Damals habe ich dann begonnen, Bücher über Neuropsychologie und Gehirnchirurgie zu lesen und war begeistert von den Möglichkeiten und Geheimnissen, die im menschlichen Gehirn verborgen liegen. Unbedingt wollte ich herausfinden, wie man das wahre Hirnpotential nutzen könne. An diesem Interesse hat sich bis heute nichts geändert und es ist jeden Tag aufs Neue spannend, sich mit dem Gehirn und seinem Potenzial zu beschäftigen.