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Neues vom Über-Lebensbuch

Die aktuelle 4. Auflage des Über-Lebensbuch ist erschienen!

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EUR D: 39,95
EUR A: 41,10
 
ISBN: 978-3-7945-2487-7

1 x 'Über-Lebensbuch Brustkrebs' bestellen

Was ist neu an der 4. Auflage?

Alle Kapitel sind auf der Grundlage internationaler Studien auf den neuesten Stand der Brustkrebsmedizin gebracht. Auch thematisch gibt es einige neue Schwerpunkte: Die Autorinnen gehen gezielt auf die zunehmende Bedeutung von Biomarkern und genetischen Merkmalen ein. Auch aktuelle Erkenntnisse zur Bestimmung des persönlichen Rückfallrisikos, etwa durch Gen-Expressionsprofile, werden vorgestellt. Ausführlich kommen moderne strahlentherapeutische Ansätze und neue Krebsmedikamente mit einer kritischen Einordnung ihrer Chancen und Risiken zur Sprache.Die Themenbereiche sind nach bewährter Weise in 8 Phasen aufgegliedert, entsprechend dem idealen Behandlungsablauf, wie er in einem Brustzentrum, das nach Europäischen Leitlinien arbeitet, gewährleistet ist.

Gesprächsnotizen zum Download

Damit Sie sich einen ersten Eindruck vom Werk machen können – und auch schon einen konkreten Nutzen davon haben! – können Sie die Öffnet internen Link im aktuellen FensterGesprächsnotizen gratis herunterladen und ausdrucken.

Die Gesprächsnotizen, die zu jeder einzelnen der 8 Phasen im Buch vorhanden sind, bieten Ihnen eine Zusammenstellung von Kernfragen, auf deren Beantwortung Sie vor jeder Entscheidung bestehen sollten. Darüber hinaus können Sie darin selbst Ihre ganz persönlichen Fragen notieren sowie Ihre Anmerkungen zum Gespräch mit dem Arzt festhalten. Auch die wichtigsten Ergebnisse aus dem Arztgespräch können Sie hier eintragen und in Ihren Befundordner einsortieren. Sollten Sie mehrere Exemplare benötigen, beispielsweise für eine zweite ärztliche Meinung, können Sie die Dateien auch mehrmals ausdrucken.

Aktuelle Neuigkeiten

Antidepressiva behindern die Wirkung von Tamoxifen (17.02.2010)

Von Ursula Goldmann-Posch

Das Antidepressivum Paroxetin, ein so genannter Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), schwächt die Wirkung von Tamoxifen in der antihormonellen Behandlung von Brustkrebs ab. Frauen, die beide Medikamente einnehmen, sterben häufiger an Brustkrebs als Patientinnen, die nur eines von beiden einnehmen. Das zeigte jetzt eine große Studie von Catherine Kelly und Mitarbeitern vom Institute for Clinical Evaluative Sciences (ICES) in Toronto (s. Literaturhinweis).

Ursache dieser Wechselwirkung ist die Tatsache, dass beide Wirkstoffe in der Leber verarbeitet werden. Die Leber ist Sitz einer besonderen „Verstoffwechselungs-Zentrale“, dem P450-System, das für die Entgiftung von Schad- oder Fremdstoffen zuständig ist. Dafür bedient sich P450 zahlreicher, von Genen gesteuerter Leberenzyme, darunter auch eines Enzyms namens CYP2D6. Dessen Spezialität ist die Verstoffwechselung von Medikamenten, etwa auch von Tamoxifen. CYP2D6 ist es auch, das Tamoxifen überhaupt erst in das verwandelt, was für die antihormonelle Behandlung für Frauen mit Brustkrebs wirksam ist: in sein Stoffwechselprodukt Endoxifen.

So weit, so gut: wenn da nicht der pharmakologische Gegenspieler des Enzyms CYP2D6 wäre, nämlich das antidepressiv wirkende Medikament Paroxetin. Dieses und andere Medikamente aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer stören und hemmen CYP2D6 bei seiner Verstoffwechselungsarbeit. Kein Wunder, dass die Aktivierung von Tamoxifen in sein Stoffwechselprodukt Endoxifen nicht oder nur mangelhaft einsetzen kann.

Um diesem Phänomen auf die Spur zu kommen, haben die kanadischen Wissenschaftler die Krankheitsakten von 2430 Frauen im Alter über 65 Jahren aus Ontario ausgewertet, die in der Zeit von 1993 bis 2005 antihormonell mit Tamoxifen behandelt wurden. Rund 30 Prozent von ihnen bekamen gleichzeitig von ihren Ärzten ein Antidepressivum gegen depressive Verstimmungen verschrieben, am häufigsten den Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Paroxetin. Je länger die Frauen Paroxetin einnahmen, desto mehr von ihnen starben an ihrem Brustkrebs.

Für die übrigen Antidepressiva (die Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Fluoxetin, Sertralin, Fluvoxamin, Citalopram und den selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Venlafaxin) wurde keine erhöhte Sterblichkeit gefunden. In seinem Vorwort zur Veröffentlichung der Studie (BMJ 2010; 340: c783) erweiterte Stefan Willich, Leiter des Institutes für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie an der Berliner Charité, die Warnung jedoch auch für den Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Fluoxetin. Denn dieser Wirkstoff stehe ebenfalls im Verdacht, die Entfaltung von Tamoxifen durch das Leberenzym CYP2D6 zu behindern.

Literaturhinweis: Kelly MC, Juurlink DN et al: Selective serotonin reuptake inhibitors and breast cancer mortality in women receiving tamoxifen: a population based cohort study. BMJ 2010; 340: c693. doi: 10.1136/bmj.c693.

 

Grünes Licht für Soja bei Brustkrebs-Patientinnen (05.01.2010)

Jahrelang waren sich die Forscher uneinig, ob Sojaprodukte wie Tofu, Sojamilch und Sojabohnen von Brustkrebs-Patientinnen ohne Bedenken gegessen werden können oder nicht, weil Sojaprodukte pflanzliche Östrogene, die sogenannten Isoflavone, enthalten. Die östrogenähnlichen Effekte dieser Pflanzenstoffe standen in Verdacht, das Wachstum von Brustkrebszellen genauso anzuheizen wie dies beim Hormon Östrogen der Fall ist.

Jetzt gibt eine große Studie mit 5042 Brustkrebs-Patientinnen des Shanghai Institute of Preventive Medicine und der Vanderbilt University, Nashville, grünes Licht für den Sojakonsum von Frauen mit Brustkrebs: Der reichliche Verzehr von Soja senkte in der Studie – zumindest in den ersten vier Jahren – die Rückfallgefahr um fast ein Drittel (32%), und die Wahrscheinlichkeit, an der Erkrankung zu sterben, um 29 Prozent. Der schützende Effekt von Soja – so berichten die Wissenschaftler im angesehenen Fachjournal JAMA (Journal of the American Medical Association) – zeigte sich unabhängig vom Hormonstatus des Brusttumors und der Einnahme des Medikaments Tamoxifen.

Daraus schließen die Mediziner der Vanderbilt-Universität vorsichtig, dass zumindest mäßiger Sojakonsum sicher und vielleicht sogar wohltuend für Brustkrebs-Patientinnen sei. Ob dies auch für sojahaltige Nahrungsergänzungen gelte, kann noch nicht mit Sicherheit gesagt werden. 

Literaturhinweis: Shu XO, Zheng Y, et al.: Soy food intake and breast cancer survival. JAMA.2009; 302 (22): 2437–43.

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