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Strophanthin

Zeitschrift: Die Medizinische Welt – aus der Wissenschaft in die Praxis
ISSN: 0025-8512
Ausgabe: 2015 (Vol. 66): Heft 6 2015
Seiten: 275-280

Strophanthin

Eine Neubewertung

K. Sroka (1)

(1) Facharzt für Allgemeinmedizin, Hamburg

Stichworte

Herzinsuffizienz, Strophantin, Digitalis, Natrium-Pumpe, ischämische Herzkrankheit

Zusammenfassung

Guten Erfolgen in der praktischen Anwendung von oralem Strophanthin bei Herzinsuffizienz und ischämischer Herzkrankheit steht eine Lehrmeinung gegenüber, die diesen positiven Ergebnissen widerspricht. Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den aktuellen objektiven Kenntnisstand zur Wirkweise von Strophanthin zusammenzufassen. Die wichtigsten Resultate: Strophanthin hat eine zweiphasige Dosis-Wirkung Beziehung. Im hohen Dosisbereich wird die Natrium-Pumpe gehemmt, im Niedrigdosisbereich stimuliert Strophanthin die Natrium-Pumpe. Low-dose-Strophanthin steigert die kardiale Vagusaktivität mit konsekutiver Sympathikolyse. In hoher Dosis resultiert eine sympathische Überstimulation. Low-dose-Strophanthin steigert die endotheliale NO Bioverfügbarkeit. Low-dose-Strophanthin aktiviert multiple zelluläre Signalkaskaden mit protektiven Effekten für den Herzmuskel speziell bei Ischämie und Kalzium-Überladung. Die ausgewiesenen Serumspiegel von perlingual bzw. oral verabreichtem Strophanthin sind für die genannten Effekte ausreichend. Strophanthin hemmt die nachteilige neurohumorale Aktivierung von Sympathikus und RAAS bei Herzinsuffizienz. Das mit Kalzium überladene insuffiziente Myokard wird durch niedrig dosiertes Strophanthin in seiner kontraktilen Leistung gestärkt. Low-dose-Strophanthin hemmt die Entwicklung einer Azidose im ischämischen Myokard und hat über Signalaktivierung eine protektive Wirkung bei Ischämie und Reperfusion. Dieses Wirkprofil qualifiziert low-dose-Strophanthin für die Behandlung von Herzinsuffizienz und ischämischer Herzkrankheit.

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