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Dissoziative Störungen, Dissoziation und Konversion aus psychiatrischer Sicht

Zeitschrift: Die Psychiatrie - Grundlagen und Perspektiven
ISSN: 1614-4864
Ausgabe: 2006 (Vol. 3) : Heft 1 2006
Seiten: 11-17

Dissoziative Störungen, Dissoziation und Konversion aus psychiatrischer Sicht

C. Spitzer, H. J. Freyberger

Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald im Hanse-Klinikum Stralsund (Direktor: Prof. Dr. H. J. Freyberger)

Stichworte

Dissoziation, dissoziative Störungen, Hysterie, Konversion

Zusammenfassung

Die Modelle der Dissoziation und Konversion entstanden während der ersten wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit der Hysterie. Nur vor diesem Hintergrund sind die aktuellen Kontroversen um die Stellung der pseudoneurologischen Konversionsstörungen zu verstehen, die sich wesentlich auf die Frage konzentrieren, ob sie als dissoziative (wie in der ICD-10) oder unter den somatoformen Störungen (wie im DSM-IV) zu klassifizieren sind. Wir nähern uns dieser Problematik, indem wir jüngste Ausdifferenzierungen des Dissoziationskonstruktes vorstellen: pathologische versus nicht-pathologische Dissoziation sowie „compartmentalization“ und „detachment“. Trotz ihres heuristischen Wertes sind diese Konzepte nicht ungebrochen auf die Konversionsstörungen anwendbar. Aus einer klinischen Perspektive erscheint die Zuordnung zu den somatoformen Störungen unter dem Primat der Phänomenologie sinnvoll. Hingegen besteht eine große Ähnlichkeit mit dissoziativen Störungen bezüglich des Ausmaßes dissoziativer Psychopathologie, Traumatisierungen und Komorbiditätsmustern; auch unter therapeutischen Aspekten ist die Betonung der dissoziativen Symptomatik bei Patienten mit Konversionsstörung hoch relevant.

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