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„Migrantenanämien“ oder „Migrationsanämie“

Zeitschrift: Kinder- und Jugendmedizin
ISSN: 1617-0288
Thema:

Maligne Erkrankungen im Kindesalter

Ausgabe: 2017 (Vol. 17): Heft 2 2017
Seiten: 75-80

„Migrantenanämien“ oder „Migrationsanämie“

Neue Worte für „alte“ Erkrankungen

H. Cario (1)

(1) Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Ulm

Stichworte

Migration, Anämie, Sichelzellkrankheit, G6PD-Mangel, Thalassämie

Zusammenfassung

Wenn man im Zusammenhang mit der Migration von Anämien spricht, sind in der Regel damit Erkrankungen gemeint, die in Deutschland überwiegend oder nahezu ausschließlich bei Migranten oder Personen mit Migrationshintergrund auftreten. Viele der Erkrankungen sind aufgrund früherer Migrationsbewegungen bereits seit längerem in Deutschland präsent und ein ernst zu nehmendes Problem. Dies betrifft insbesondere die neben dem G6PD-Mangel als weltweit häufigste monogene Erbkrankheiten geltenden Hämoglobinerkrankungen, die Thalassämien und die Sichelzellkrankheit. Neu an der gegenwärtigen Situation ist vor allem der plötzliche Anstieg chronisch therapiebedürftiger Patienten, mit einem großen Anteil schwerkranker Patienten mit umfangreichen Komplikationen, die noch dazu oft nur bruchstückartig bekannt sind. Viele Patienten weisen Zeichen einer deutlich inadäquaten Transfusionstherapie, eine erhebliche Eisenüberladung, eine Allo- und Autoimmunisierung oder durch frühere Transfusionen übertragene Hepatitis B- und Hepatitis-C-Infektionen auf. Interdisziplinäre, alters- und strukturübergreifende Behandlernetzwerke sind zur Bewältigung dieser Herausforderung zwingend notwendig.

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