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Aussagekraft von Schuleingangsuntersuchungen

Zeitschrift: Kinder- und Jugendmedizin
ISSN: 1617-0288
Thema:

Kaleidoskop der Kinder- und Jugendmedizin

Ausgabe: 2017 (Vol. 17): Heft 6 2017
Seiten: 387-396

Aussagekraft von Schuleingangsuntersuchungen

Eine Studie zur prädiktiven Validität eines modifizierten „Bayerischen Modells“

H. L. Stich (1), K. Schlinkmann (2), F. Meyer (2), R. Mikolajczyk (3)

(1) Landratsamt Erding, Fachbereich 5.1 Gesundheitswesen; (2) Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Arbeitsgruppe ESME – Epidemiologische und Statistische Methoden, Braunschweig; (3) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik

Stichworte

Entwicklungsdiagnostik, Schuleingangsuntersuchungen, prädiktive Validität, Schulerfolg

Zusammenfassung

Im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen des Jahres 2010 im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau wurden beschulungsrelevante Kompetenzen aus zwölf Teilbereichen standardisiert überprüft. Nach Beendigung der vierjährigen Grundschulphase wurden die Eltern und die Kinder dieser Einschulungskohorte zum bisherigen Schulerfolg befragt. Von den 789 Vorschulkindern haben 380 (52,7 %) an der Befragung teilgenommen. Es zeigten sich Zusammenhänge zwischen Entwicklungsauffälligkeiten aus dem Teilbereich des Grammatismus mit schlechten Schulnoten im Fach „Deutsch“, aus der Kalkulie im Fach „Mathematik“ und aus der Grobmotorik im Fach „Sport“. Zudem waren grundsätzlich eine hohe Spezifität, eine moderate Sensitivität und ein moderater positiver prädiktiver Wert für die Entwicklungsauffälligkeiten in Hinblick auf den schulischen Erfolg festzustellen. Zum einen deutete die moderate Sensitivität auf die Möglichkeit hin, dass auch psychosoziale und primär soziale Einflussfaktoren zum schlechten Outcome führen können, und zum anderen war die hohe Spezifität konsistent mit der Zielstellung, das Vorliegen von Entwicklungsauffälligkeiten als Ursache späteren Schulmisserfolges auszuschließen.

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