Anzeige

Gesamtübersicht

Rolle des Endocannabinoidsystems für die Therapie von Angsterkrankungen

Zeitschrift: Nervenheilkunde
ISSN: 0722-1541
Thema:

Aktuelles aus Klinik und Praxis aus dem Universitätsklinikum Ulm

Ausgabe: 2017: Heft 9 2017 (683-782)
Seiten: 739-744

Rolle des Endocannabinoidsystems für die Therapie von Angsterkrankungen

J. Spohrs (1), V. Rau (1), B. Abler (1)

(1) Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III, Universitätsklinikum Ulm

Stichworte

Endocannabinoidsystem, Angsterkrankung, Expositionstherapie

Zusammenfassung

Das Interesse an zentralen Korrelaten von Angsterkrankungen und expositionsbasierter Therapie hat in den vergangenen Jahren Hypothesen auf einer breiten Basis von Tierexperimenten generiert. Hier wurden, vor allem in Konditionierungsexperimenten, die genetischen, biologischen und neurobiologischen Komponenten der Angstkonditionierung untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen weisen unter anderem auf eine deutliche Modulation der Effekte durch das Endocannabinoidsystem hin, welche an gewissen Punkten beeinflussbar zu sein scheint. Auch wenn das Endocannabinoidsystem beim Menschen pharmakologischen Interventionen gut zugänglich ist, gelang es bislang nur sehr eingeschränkt, die breite Basis an Ergebnissen von Tierstudien auf die klinische Anwendung am Menschen zu übertragen. Es fehlen vor allem Erkenntnisse, ob und inwiefern das hochvolatile Endocannabinoidsystem beim Menschen tatsächlich vergleichbar zum Nagetier reagiert.