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Der Einfluss der Biografie auf die Stimmung und Befindlichkeit - Depressive, sonstige psychiatrische Patienten und nicht-klinische Probanden

Zeitschrift: Nervenheilkunde
ISSN: 0722-1541
Thema:

Das Zusammenspiel von Körper und Psyche

Ausgabe: 2008 (Vol. 27): Heft 7 2008 (605-700)
Seiten: 620-632

Der Einfluss der Biografie auf die Stimmung und Befindlichkeit - Depressive, sonstige psychiatrische Patienten und nicht-klinische Probanden

K. Bühler, I. Eitel
Würzburg

Stichworte

Depression, Persönlichkeit, Biografie, Stimmung, Befindlichkeit

Zusammenfassung

Die vorliegende Studie soll klären in welchen Stimmungsdimensionen sich depressive Patienten spezifisch von einer parallelisierten gesunden und klinischen Kontrollgruppe unterscheiden und welchen Einfluss die Biografie bzw. Persönlichkeit auf die Stimmung bei depressiven, sonstigen psychiatrischen Patienten und nicht-klinischen Probanden hat. Als Besonderheit werden Variablen hinsichtlich psychovulnerabler und psychoprotektiver Qualitäten unterschieden. Ferner kommen sowohl gegenwartsbezogene bzw. zeitlose Persönlichkeitseigenschaften zur Anwendung, wie sie sowohl in persönlichkeitspsychologischen Untersuchungen verwendet werden, als auch vergangenheitsbezogene, biografische Variablen, und Stimmungsvariable. Die empirisch aufgefundenen Zusammenhänge zwischen SEPPP-, EWL- und BfS-Skalen bestätigen weitgehend den Einfluss von Persönlichkeits- bzw. biografischen Variabeln auf Stimmung und Befindlichkeit. Zusammenfassend assoziieren sich negativ zu wertende Persönlichkeitsvariable mit negativ erlebten Befindlichkeitsvariablen und positiv zu wertende Persönlichkeitsvariable mit positiv erlebten Befindlichkeitsvariablen, das heißt, es besteht eine Verbindung von eher überdauernden Eigenschaften der Persönlichkeit mit eher vergänglichen Erlebensweisen. Weiterhin zeigen die Ergebnisse der vorliegenden Studie, dass sich neben Persönlichkeitsmerkmalen auch die biografischen Variablen, insbesondere die Skala Primärsozialisation, zur Vorhersage der aktuellen Stimmung von Depressiven und sonstigen psychiatrischen Patienten eignen. In therapeutischer Zielsetzung kann die Verbindung von Erlebnisweisen und Persönlichkeitseigenschaften genutzt werden, um Depressionen oder sonstige psychische Störungen mittels einer Verstärkung der psychoprotektiven Faktoren günstig zu beeinflussen, indem sogenannte positive Verstärker eingesetzt werden, die mittels positiver Erlebnisweisen und positiver Persönlichkeitseigenschaften die Störung abmildern oder sogar beseitigen können.

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