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Gesamtübersicht

Konzepte zur Psychotherapie der akuten und posttraumatischen Belastungsstörung

Zeitschrift: Nervenheilkunde
ISSN: 0722-1541
Thema:

Aktuelle Entwicklungen in Psychotherapie und Psychopathologie

Ausgabe: 2008 (Vol. 27): Heft 1-2 2008 (1-116)
Seiten: 28-39

Konzepte zur Psychotherapie der akuten und posttraumatischen Belastungsstörung

H.-P. Kapfhammer
Klinik für Psychiatrie, Medizinische Universität Graz

Stichworte

Psychotherapie, Kognitive Verhaltenstherapie, Posttraumatische Belastungsstörung, EMDR, psychodynamische Psychotherapie, Akute Belastungsstörung, Debriefing

Zusammenfassung

Akute Belastungsstörung (ASD) und Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) sind häufige, aber nicht obligatorische psychische Störungen nach schwerwiegenden Traumatisierungen. Ihre typischen psychopathologischen Symptome werden heute vorteilhaft innerhalb eines multifaktoriellen Modells betrachtet, das sowohl neurobiologische als auch psychosoziale Einflussfaktoren berücksichtigt. Psychodynamische, vor allem kognitiv-behaviorale Modelle haben entscheidend zur Entwicklung störungsorientierter psychotherapeutischer Verfahren beigetragen. Ihr Einsatz wird vorteilhaft in den Abschnitten der frühen posttraumatischen Krise als präventive Maßnahme, als Frühintervention bei Risikopersonen mit bedeutsamer Psychopathologie (ASD) sowie als Therapie bei der PTSD getrennt bewertet. In einer kritischen Sicht der vorliegenden empirischen Literatur kann dem Psychologischen Debriefing als universeller Präventionsstrategie kein positiver, eventuell im Hinblick auf die Langzeitperspektive sogar ein nachteiliger Effekt bescheinigt werden. Kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze scheinen sich in der Frühintervention bei ASD-Patienten zu bewähren. Psychodynamische, besonders kognitivbehaviorale Ansätze und EMDR zeigen eine positive Wirksamkeit bei der PTSD. Angesichts bedeutsamer klinischer Einschränkungen in den vorliegenden Studien dürfen diese Ergebnisse aber nicht unilinear als schon ausreichende Behandlungsempfehlungen für die Routineversorgung verstanden werden.

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