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Sarkopenie und „Sarcopenic Obesity“ in Nordbayern

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Kalzium-Phosphat-Stoffwechsel und Knochen

Ausgabe: Hefte von 2017 (Vol. 26): Heft 3 2017 (131-191)
Seiten: 164-170

Sarkopenie und „Sarcopenic Obesity“ in Nordbayern

Einfluss unterschiedlicher Vorgaben und Messprotokolle auf die Prävalenzrate

W. Kemmler (1), S. von Stengel (1)

(1) Institut für Medizinische Physik, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen

Stichworte

Niedrige Muskelmasse, hoher Körperfettgehalt, älterer Mann, Vorkommen

Zusammenfassung

Ziel: Ziel der Untersuchung war es, die Prävalenz von Sarkopenie (SA) und Sarcopenic Obesity (SO) bei selbstständig lebenden Männern 70+ zu erfassen und die korrespondierende Varianz unterschiedlicher Vorgaben und messtechnischer Varianten zu evaluieren. Material und Methoden: Insgesamt 965 Männer 70+ aus Nordbayern, Deutschland, wurden in die Untersuchung eingeschlossen. Die SA-Prävalenzrate wurde über die Definition der European Working Group on Sarcopenia in Older People (EWGSOP) diagnostiziert. Als Adipositaskriterium wurde ein Körperfettgehalt von > 28 % festgelegt. Die der EWGSOP-Definition inhärente Varianz wurde über verschiedene Grenzwerte und über messtechnische Variationen der funktionellen SA-Komponenten eingeschätzt. Ergebnisse: Die Prävalenz der SA lag bei 5,1 %, die der SO bei 3,8 %. Die Varianz der SA- und SO-Prävalenz lag bei Anwendung der verschiedenen Vorgaben und messtechnischer Details bei 0,9 %–6,0 %; bzw. 0,5 %–4,1%. Diskussion: Die Prävalenz der Sarkopenie gemäß EWGSOP liegt in einem etwas höheren Bereich als in Europäischen Nachbarländern. Die Anwendung unterschiedlicher Vorgaben und messtechnischer „Details“ führt zu signifikanten Variationen der Prävalenzen, was die Notwendigkeit einer Standardisierung verdeutlicht. Trial Registration: ClinicalTrials.gov: NCT2857660