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Kalziphylaxie

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Kalzium-Phosphat-Stoffwechsel und Knochen

Ausgabe: Hefte von 2017 (Vol. 26): Heft 3 2017 (131-191)
Seiten: 147-152

Kalziphylaxie

M. Ketteler (1), A. Raabe (1), S. Piltz (2)

(1) III. Medizinische Klinik: Nephrologie und Dialyse, Klinikum Coburg GmbH, Coburg; (2) Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Klinikum Coburg GmbH, Coburg

Stichworte

Hyperphosphatämie, Gefäßverkalkungen, Kalziphylaxie, Vitamin K, Thiosulfat

Zusammenfassung

Die Kalziphylaxie ist eine seltene, jedoch mit hoher Morbidität und Mortalität einhergehende Erkrankung, die in erster Linie Dialysepatienten und Patienten mit fortgeschrittener Nierenerkrankung betrifft. Das klinische Bild ist durch äußerst schmerzhafte und häufig nekrotisierende Ulzerationen der Haut charakterisiert, histologisch finden sich ausgeprägte Mediaverkalkungen kutaner Arteriolen, teilweise auch Kalzifikationen im umgebenden Weichteil- und Fettgewebe. Eine differenzialdiagnostische Abgrenzung zu kutanen Vaskulitiden, zur Pyoderma gangraenosum oder zu diabetischen Ulzera kann mitunter schwierig sein. In der Vergangenheit bestand die Vermutung, dass die Kalziphylaxie im Rahmen einer renalen High-turnover-Osteopathie bei unkontrolliertem Hyperparathyreoidismus kausal ausgelöst wird. Hier weisen neue Registerdaten jedoch in eine andere Richtung: Eine adyname (Low-turnover-)Osteopathie, Entzündungsprozesse, Hyperphosphatämie, Verkalkungsinhibitormangel und Vitamin-K-Antagonismus scheinen als Risikofaktoren eine dominierendere Rolle zu spielen. Therapeutische Erfolge sind mit Kalzimimetika, Bisphosphonaten und Natrium-Thiosulfat berichtet worden, allerdings nur in Fallberichten bzw. Fallserien – randomisierte Behandlungsstudien zu diesem seltenen Krankheitsbild liegen nicht vor. Potenziell vielversprechend ist die Vitamin-K-Supplementation, essenziell ist eine professionelle Wundbehandlung.

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M. Ketteler

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https://doi.org/10.5482/ha-1157



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