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„Stumme und sprechende Opfer“ politischer Verfolgung in der ehemaligen DDR

Zeitschrift: Die Psychodynamische Psychotherapie
ISSN: 1618-7830
Thema:

Adoleszenzkrise; Politische Verfolgung in der DDR; Bindungsforschung

Ausgabe: 2010 (Vol. 9): No. 1
Seiten: 14-29

„Stumme und sprechende Opfer“ politischer Verfolgung in der ehemaligen DDR

Häufigkeit, Typologie, psychosoziale Charakteristika und körperliche Gesundheit

Carsten Spitzer, Hans J. Grabe, Andrea Schulz, Katja Appel, Jessie Mahler, Sven Barnow, Bernd Löwe, Harald J. Freyberger

Stichworte

psychische Störungen, Rehabilitation, körperliche Gesundheit, Politische Verfolgung

Zusammenfassung

Vor dem Hintergrund der erklärungsbedürftigen Diskrepanz zwischen der Anzahl der Betroffenen politischer Repressionen in der ehemaligen DDR und der Anzahl derjenigen, die einen entsprechenden Rehabilitationsantrag gestellt haben, untersuchten wir eine ‚ostdeutsche’ Allgemeinbevölkerungsstichprobe hinsichtlich politisch motivierter Verfolgung, psychischer und körperlicher Krankheiten sowie weiteren psychosozialen Faktoren. 9,5% der Probanden berichteten, Repressionen erlitten zu haben; diese Gruppe war psychosozial stärker beeinträchtigt als diejenigen ohne Verfolgungserfahrungen. Hinsichtlich der körperlichen Gesundheit ergaben sich keine Gruppenunterschiede. Innerhalb der Opfergruppe fanden sich zwischen „sprechenden Opfern“, d.h. solchen, die einen Rehabilitationsantrag gestellt hatten, und „stummen Opfern“ (kein Rehabilitationsantrag) keine wegweisenden Differenzen. Psychiatrisch-psychologische Modelle reichen nicht aus, um zu erklären, warum manche Opfer politischer Verfolgung einen Rehabilitationsantrag stellen, andere jedoch nicht.

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