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Anmerkungen zur Balintarbeit und anthropologischen Medizin

Zeitschrift: Die Psychodynamische Psychotherapie
ISSN: 1618-7830
Thema:

Balint – Integration in die ärztliche Arbeit

Ausgabe: 2010 (Vol. 9): No. 3
Seiten: 159-167

Anmerkungen zur Balintarbeit und anthropologischen Medizin

„Geben Sie ihr doch Ihre Hand!“

Ernst Richard Petzold

Stichworte

Evidenzbasierte Medizin, anthropologische Medizin, Neuanfang, primäre Liebe, Gegenseitigkeit, unsterbliche Seele

Zusammenfassung

90 Jahre nach der Entwicklung der Grundzüge einer anthropologischen Medizin, 60 Jahre nach dem Beginn der Balintarbeit und etliche Jahre nach der Einführung der evidenzbasierten Medizin kann man sowohl in der ärztlichen Diagnostik als auch in der Therapie feststellen, dass die wichtigste Pascalsche Frage nach der Unsterblichkeit der Seele lebt. Jede Diskussion über die Würde des Menschen – ja, auch über seine Autonomie – ist an diese Frage gekoppelt. Im Alltag einer ärztlichen Praxis, am Rande gelingender Visiten im Krankenhaus geschehen Dinge, die weit über das Wissen hinausgehen, das in Studien unter ganz anderen Bedingungen entsteht und vielen Reduktionen verdankt ist. Balints Sprache und Begriffe wie „apostolische Funktion“, „Flash“ „Neuanfang“, „primäre Liebe“ oder „Urformen der Liebe“, haben ihre Wurzeln im religiösen Bereich der jüdisch-christlichen Tradition. Aus dieser Tradition ist auch die anthropologische Medizin und z.B. das Werk Viktor v. Weizsäckers zu verstehen. Die folgenden Anmerkungen skizzieren eine Verknüpfungsmöglichkeit in der Balintarbeit. Balintarbeit öffnet Spielräume für den Austausch von Erfahrungen mit Ärzten, mit Studenten, mit Pflegern und Patienten. Gegenseitigkeit und Umgang sind Weizsäckers zentrale Begriffe bei der „Einführung des Subjektes in die Medizin“ und bei der Konzeption einer anthropologischen Medizin.

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