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Hypnotherapie: Neurobiologie und Wirksamkeit und klinische Anwendung

Zeitschrift: Die Psychodynamische Psychotherapie
ISSN: 1618-7830
Thema:

Teilbereiche der Psychotherapie

Ausgabe: 2012 (Vol. 11): No. 3
Seiten: 135-144

Hypnotherapie: Neurobiologie und Wirksamkeit und klinische Anwendung

Dirk Revenstorf

Stichworte

Suggestibilität, Ericksonsche Hypnose, direktive Suggestion, indirekte Induktion, Trancetiefe, DMN

Zusammenfassung

Metaanalysen von beinahe 10 000 Patienten in kontrollierten Therapiestudien zeigen, dass Hypnotherapie bei z.T. kurzen Behandlungszeiten in verschiedensten Bereichen hoch effektiv ist und dass die Wirkung in manchen Studien bis zur Katamnese weiter ansteigt. Es wird die Tatsache, dass Hypnose einen veränderten Bewusstseinszustand darstellt, herangezogen, um ihre verblüffende Wirkung zu erklären. Dazu liefern neuere neurobiologische Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren interessante Befunde, die zeigen, dass Hypnose einerseits einen Zustand von Hypofrontalität mit verminderter Kritikbereitschaft und somit erhöhter Suggestibilität herbeiführt und Trance andererseits in gewissem Sinne einen Ich-losen Zustand darstellt, insofern die für die Selbstreflexion zuständigen Hirnregionen, insbesondere der Präcuneus deaktiviert werden. Das bedeutet, dass der Patient in hypnotischer Trance Suggestionen annehmen kann, ohne sie auf Übereinstimmung mit seinem gewohnten Selbstbild zu überprüfen. Anhand von posthypnotischen Suggestionen bei klinischen Fallbeispielen wird gezeigt, wie der Patient das Alltags- Selbstverständnis hinter sich lassen kann.

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