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Pathologischer Internet- und Medienkonsum bei Jugendlichen und Heranwachsenden

Zeitschrift: Die Psychodynamische Psychotherapie
ISSN: 1618-7830
Thema:

Konzeptionelle und behandlungsbezogene Aspekte psychodynamischer Psychotherapie

Ausgabe: 2013 (Vol. 12): No. 2
Seiten: 81-90

Pathologischer Internet- und Medienkonsum bei Jugendlichen und Heranwachsenden

Psychodynamische Aspekte in der klinischen Konzeptbildung

O. Bilke-Hentsch, I. Seiffge-Krenke, M. Stoll, B. te Wildt

Stichworte

Adoleszenz, Psychodynamik, Pathologischer Mediengebrauch, Internetsucht

Zusammenfassung

In den deutschsprachigen Ländern wird der pathologische Gebrauch von Internet und Computerspielen seit etwa 10 Jahren als ernst zu nehmende psychische Krankheitsdimension verstanden. Da in der allgemeinen Behandlung von Suchterkrankungen vor allem kognitiv-behaviorale Therapien zur Anwendung kommen, finden bei der pathologischen Internetnutzung psychodynamische Ansätze bislang relativ wenig Resonanz. Gerade im Hinblick auf die Diagnostik und Therapie von Kindern und Jugendlichen, die zunehmend häufiger von Medienabhängigkeit betroffen sind, spielen tiefenpsychologische Überlegungen allerdings eine wesentliche Rolle. Die Bedeutung komorbider und sozialmedizinischer Aspekte können gerade bei heranwachsenden Betroffenen unter Zuhilfenahme psychodynamischer Perspektiven besonders gut in ganzheitliche Therapiekonzepte integriert werden. In der psychodynamischen Psychotherapie von Heranwachsenden mit pathologischer Internetnutzung geht es unter anderem darum, einen Abgleich zwischen den häufig als potenziell bedrohlich und kränkend erlebten realen Beziehungen und den verführerisch kontrollierbaren virtuellen Identitäten zu erzielen. Da der Einfluss der neuesten Medien nicht nur auf internetabhängige, sondern alle Kinder- und Jugendliche immens ist, kommen Kinder- und Jugendpsychotherapeuten/-therapeutinnen nicht umhin, sich mit den digitalen Formaten und Inhalten zu beschäftigen.

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