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Körperdysmorphe Störung

Zeitschrift: Die Psychodynamische Psychotherapie
ISSN: 1618-7830
Thema:

Über Grenzen gehen...

Ausgabe: 2014 (Vol. 13): No. 3
Seiten: 176-191

Körperdysmorphe Störung

Verlauf einer 650 Stunden umfassenden analytischen Behandlung

K. Thess

Stichworte

Körperdysmorphe Störung, Behandlungsschwierigkeiten, Analytische Psychotherapie, Dauer der Behandlung

Zusammenfassung

Bei der körperdysmorphen Störung handelt es sich um ein schweres Krankheitsbild, mit partiell wahnhafter Ausprägung, dessen Zuordnung bis heute umstritten ist. Manche Autoren halten diese Erkrankung für nicht behandelbar. Anhand dieser Falldarstellung, einer mittlerweile 650 Stunden umfassenden analytischen Behandlung, möchte ich zur Auseinandersetzung über diese, nach meiner Einschätzung zunehmende, Erkrankung beitragen. Untersucht wurden insbesondere Ätiologie und Psychodynamik sowie Behandlungsschwierigkeiten, wie die erotisierte Übertragung, hochgradige Kränkbarkeit und die daraus resultierenden Schwierigkeiten für Übertragung und Gegenübertragung. Eine ausgeprägte Ichspaltung sowie die Schwierigkeiten des Patienten zwischen Tagträumen und äußerer Realität zu unterscheiden, sind weitere typische Erscheinungen, die eine besondere therapeutische Herausforderung darstellen. Eine Abstinenz und Neutralität betonende, einsichtsorientierte Technik führte zu wiederholten Krisen von negativer Übertragung und emotionalem Rückzug. Aus diesen Erfahrungen wird ein betont relationales Vorgehen abgeleitet. Die Dauer der Behandlung wird hinterfragt, die Ergebnisse hinsichtlich einer Veränderung der strukturellen Störung bzw. Heilung, diskutiert. Eine Zusammenfassung dieser Kasuistik wurde im Rahmen eines Posters auf dem Deutschen Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im März 2012 vorgestellt.

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