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Pathologischer PC/Internetgebrauch

Zeitschrift: Die Psychodynamische Psychotherapie
ISSN: 1618-7830
Thema:

Psychodynamische Psychotherapie – Wandel und Bewegung

Ausgabe: 2015 (Vol. 14): No. 1
Seiten: 47-53

Pathologischer PC/Internetgebrauch

Störungsbild, Behandlung und Forschung, Teil 2

J. Petry

Stichworte

Behandlung, Forschung, Verhaltenssucht, pathologischer PC/Internetgebrauch, Neuen Medien

Zusammenfassung

Das im Teil 1 (PDP 2014; 13 [3]: 162–175) vorgestellte entwicklungspsychopathologische Modell des pathologischen PC/Inernetgebrauchs umfasst das Gaming und Chatting als die aktuell häufigsten Varianten dieses neuen Störungsbildes. Die frühe Entstehung und Starre des Verhaltensmusters mit der hervorstechenden sozialen Beziehungsstörung legt die nosologische Einordnung als Persönlichkeits- und Verhaltensstörung nahe. Mit dem Kurzfragebogen zu Problemen beim Computergebrauch (KPC) liegt ein klinisch validiertes, mehrdimensionales Screening-Verfahren vor. Die Befunde zu neurobiologischen Korrelaten des pathologischen PC/Internetgebrauchs sind noch bruchstückhaft und nicht geeignet, das Phänomen zu begreifen. Die Befunde zu möglichen Risikofaktoren der Persönlichkeit verweisen konsistent auf eine erhöhte Depressivität und (soziale) Ängstlichkeit sowohl in Persönlichkeitstests als auch bei der Erfassung komorbider Störungen. Als störungsspezifisches Merkmal hat sich bisher lediglich die erniedrigte Gewissenhaftigkeit, d.h. die verminderte Fähigkeit, im Alltag mit Ausdauer Probleme zu lösen, erwiesen. Für die Effektivität der Behandlung des pathologischen PC/Internetgebrauchs liegen international vorläufige metaanalytische Befunde vor. In Deutschland konnten für die stationäre Behandlung katamnestisch ähnlich hohe Erfolgsquoten wie bei der Behandlung des pathologischen Glücksspielens und der Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit belegt werden.

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https://doi.org/10.3413/nukmed-0139