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Interpersonale relationale Psychoanalyse

Zeitschrift: Die Psychodynamische Psychotherapie
ISSN: 1618-7830
Thema:

Historische, theoretische und klinische Aspekte in der Psychotherapie

Ausgabe: 2016 (Vol. 15): No. 2
Seiten: 80-86

Interpersonale relationale Psychoanalyse

Eine Übersicht

K. Thess

Stichworte

Dissoziation, Gegenseitigkeit, Interpersonale Psychoanalyse, William Alanson White Institute, Sullivan, Self-States, Unformulated Experience, Relational Turn, Unterschiede zur klassischen Psychoanalyse

Zusammenfassung

Interpersonale Psychoanalyse ist eine Entwicklung in der Psychotherapie, die den sozialen und realen Aspekten menschlicher Begegnung einen weit größeren Stellenwert einräumt, als das die klassische Psychoanalyse tut. Gegenüber der Objektbeziehungs- und Selbstpsychologie pflegt die interpersonale Tradition ein emanzipierteres, erwachseneres Bild ihrer Patienten. Der Respekt vor der Individualität des Patienten, die Anerkennung der Begrenztheit therapeutischen Verstehens fördern die Erkenntnis, sich dem Patienten mit Offenheit und erkenntnistheoretisch fundierter Bescheidenheit zu nähern. Die Persönlichkeit des Therapeuten, sein Alter, Geschlecht und persönlicher Hintergrund beeinflussen den Patienten, genauso wie dieser den Therapeuten beeinflusst. Die Unvermeidbarkeit dieser Prozesse wird vom therapeutischen Paar in der Wahrnehmung des Gegenübers im Hier und Jetzt und im Austausch darüber bearbeitet. Die Betonung der Gegenseitigkeit verringert die Distanz zwischen Patient und Therapeut, ohne damit eine distanzlose Selbstentblößung zu propagieren.

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