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Vaterlos – vom epidemiologischen Befund zur Intervention

Zeitschrift: Die Psychodynamische Psychotherapie
ISSN: 1618-7830
Thema:

Angewandte Psychotherapieforschung – from bench to bedside

Ausgabe: 2016 (Vol. 15): No. 4
Seiten: 187-196

Vaterlos – vom epidemiologischen Befund zur Intervention

M. Franz, D. Hagen, D. Rampoldt, R. Schäfer, B. Zentgraf, U. T. Egle, G. Thielen

Stichworte

Prävention, Bedeutung des Vaters, Kriegsfolgen, Alleinerziehende, Trennungskinder

Zusammenfassung

Dargestellt wird der versorgungswissenschaftliche Entwicklungszyklus vom epidemiologischen Risikobefund bis zur Intervention am Beispiel der kriegs- und trennungsbedingten Vaterlosigkeit. Vaterlose Kriegskinder leiden noch nach 60 Jahren häufiger unter psychogenen Beschwerden. Heute werden Auswirkungen der Vaterlosigkeit zumeist im Zusammenhang mit konflikthafter elterlicher Trennung deutlich. Alleinerziehende Mütter sind großen Armuts- und Gesundheitsrisiken ausgesetzt, die auch die Entwicklung der mitbetroffenen Kinder beeinträchtigen können. Daher wurde das präventive bindungsorientierte Elterntraining wir2 entwickelt, das die psychische Belastung der Eltern reduziert und auf ihre Feinfühligkeit fokussiert. Die nachhaltigen Effekte von wir2 auf die Gesundheit und Zufriedenheit der Mütter sowie auf kindliches Problemverhalten wurden in einer RCT-Studie nachgewiesen. Das Programm wurde mittlerweile auch als wir2-Reha für die psychosomatische Rehabilitation modifiziert. Der bundesweite Roll-out von wir2 in die Praxis könnte durch das Präventionsgesetz erleichtert werden.

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