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Psychodynamik in der Familienberatung

Zeitschrift: Die Psychodynamische Psychotherapie
ISSN: 1618-7830
Thema:

Psychodynamische Beratung

Ausgabe: 2017 (Vol. 16): No. 1
Seiten: 39-47

Psychodynamik in der Familienberatung

A. Seitz

Stichworte

Familienforschung, Heterogenität vs. Homogenität, Mehr-Personen-Beziehung, Hybrid-Kultur, Archive des Unbewussten

Zusammenfassung

Der Verfasser macht zunächst mit den Anfängen der psychodynamischen Familienuntersuchungen angloamerikanischer Forscher bei Familien mit einem als schizophren diagnostizierten Kind bekannt. Während seiner Tätigkeit an der Forschungsstelle für Psychopathologie und Psychotherapie in der Max-Planck-Gesellschaft in München konnte er aufgrund einer für „Randgänge“ in höchstem Maße geeigneten Bedingungen selbst einen empirischen Beitrag in Fortsetzung dieses Forschungs-interesses leisten. Von der Forschung – mit deren Erkenntnissen ausgestattet – gründete er eine psychotherapeutische Behandlungsstelle für Familien in einem sozio-ökonomisch schwierigen Gebiet Hamburgs. Neben den Forschungsergebnissen angloamerikanischer und eigener Forschung bei Familienuntersuchungen waren nach Meinung des Verfassers zwei Impulse für den Paradigmenwechsel, was das Setting betraf, in der Psychotherapie von Kindern und deren Familien grundlegend wichtig: 1. Der Innozentismus von Niklas Luhman und dessen „Unschulds-Vermutung“ und 2. Horst-Eberhardt Richters Beitrag und die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft für Familientherapie 1976 – zu deren Gründungsmitglied der Verfasser gehört. Im weiteren Verlauf praktischen Erfahrungswissens wurden mit Hilfe der in der Philosophie vernachlässigten Hybrid-Forschung grundlegende Voraussetzungen für die benigne Beschaffenheit von menschlichen Entwicklungen aufgezeigt. Weiterhin wird die Bedeutung von Beziehungszwischenräumen betont und auf ein Votum Sigmund Freuds verwiesen. Die Kartografie eines komplexen Verlaufes innerhalb eines familientherapeutischen Settings wird eingehend aufgezeigt.