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Alexithymie und Zwangssymptome in der psychotherapeutischen Behandlung

Zeitschrift: Die Psychodynamische Psychotherapie
ISSN: 1618-7830
Thema:

Zum 60. Geburtstag von Harald J. Freyberger

Ausgabe: 2017 (Vol. 16): No. 2
Seiten: 97-101

Alexithymie und Zwangssymptome in der psychotherapeutischen Behandlung

H. J. Grabe, J. Hertel

Stichworte

Psychotherapie, Alexithymie, Zwangsstörungen, Therapieoutcome

Zusammenfassung

Das Alexithymie-Konstrukt beschreibt folgende Persönlichkeitsfacetten mit affektiv-kognitiven Merkmalen: 1. Schwierigkeiten, Gefühle wahrzunehmen, 2. Schwierigkeiten, Gefühle zu kommunizieren, 3. extern orientierter Denkstil. Das psychodynamische Konzept der Zwangsstörung greift Störungen der Affektwahrnehmung bzw. auch der Affektabwehr auf, sodass sich eine hohe Korrelation zwischen Zwangssymptomen und alexithymen Persönlichkeitszügen vermuten lässt. Hierzu werden bei 897 Patienten die Konstrukte Alexithymie (TAS-20), Zwangsstörung (PADUA) und Psychopathologie (SCL-90-R) untersucht. Es zeigen sich starke korrelative Beziehungen zwischen dem TAS-Summenwert und den beiden ersten Facetten der TAS-20 und der Padua-Skala zur Erfassung von Zwangssymptomen. Alexithymie selbst prädiziert die psychopathologische Belastung bei Entlassung aus tagesklinischer Behandlung, wobei hier lediglich der TAS-20-Gesamtwert und die beiden ersten Sub-Skalen, jedoch nicht die das extern orientierte Denken, prädiktiv sind. Diese Effekte sind stabil auch für die Adjustierung der Baseline Psychopathologie. Darüber hinaus zeigt sich der Padua-Summenwert als hochprädiktiv für die Schwere der Psychopathologie bei Entlassung (p < 0,001). Daraus folgt, dass sowohl alexithyme Persönlichkeitsmerkmale als auch Symptome der Zwangserkrankung mit dem Ergebnis einer psychotherapeutischen Behandlung unabhängig voneinander assoziiert sind.

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