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Gesamtübersicht

Psychodynamische Therapie – Herkunft, Stand und künftige Entwicklung

Zeitschrift: Die Psychodynamische Psychotherapie
ISSN: 1618-7830
Thema:

Zum 60. Geburtstag von Harald J. Freyberger

Ausgabe: 2017 (Vol. 16): No. 2
Seiten: 60-72

Psychodynamische Therapie – Herkunft, Stand und künftige Entwicklung

S. O. Hoffmann

Stichworte

Wirkfaktoren, Zukunftsperspektiven, Psychodynamische Psychotherapie (PDT), Behandlungssetting, Therapietechnik, Therapieforschung

Zusammenfassung

Die psychodynamische Psychotherapie (PDT) hat ihre Wurzeln in der Psychoanalyse. Formal fällt am stärksten die Reduzierung der Wochenstundenzahl auf meist eine, seltener zwei Sitzungen auf. Neben der klassischen Psychoanalyse entstand ein breites Feld von abgeleiteten Verfahren, die unterschiedlich bezeichnet wurden. Mit der Stundenfrequenz wurde auch deren Gesamtzahl reduziert, am deutlichsten bei der psychodynamischen Kurzzeittherapie (PDKT). Diese Therapieformen verlaufen meist im Sitzen, sind dialogischer und die Therapeuten aktiver. Regression wird eher vermieden. Der therapeutische Kontakt bleibt zwar asymmetrisch (Neutralität), wird aber partnerschaftlicher. Die Arbeit an Übertragung und Widerstand bleibt, wenn auch weniger intensiv, relevanter Bestandteil der modifizierten Therapietechnik. In der Versorgung der Bevölkerung steht weltweit die psychodynamische Therapie im Vordergrund, wenn psychoanalytisch orientierte Psychotherapie überhaupt eingesetzt wird. Der Stand empirischer Überprüfung hat sich deutlich verbessert, bedarf aber dringlich weiterer Studien. Es gibt eine Reihe von Metaanalysen, besonders auf der Basis Psychodynamischer Kurztherapien, die befriedigende Behandlungserfolge belegen. Die Zukunft der PDT wird durch die Fortführung guter Forschung und vor allem durch den Transfer von deren Ergebnissen in die Praxis bestimmt werden. In der Ausbildung erscheinen vor allem theoretische und methodische Beliebigkeit sowie merkantile Interessen der Institute von Nachteil.

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