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Elterliches Erziehungsverhalten, Kindesmisshandlung und Alexithymie

Zeitschrift: Die Psychodynamische Psychotherapie
ISSN: 1618-7830
Thema:

Alexithymie

Ausgabe: 2009 (Vol. 8): No. 1
Seiten: 13-22

Elterliches Erziehungsverhalten, Kindesmisshandlung und Alexithymie

Carsten Spitzer; Wiebke Busche; Matthias Vogel; Sven Barnow; Harald J. Freyberger; Hans Joergen Grabe

Stichworte

Alexithymie, Kindesmisshandlung, elterliches Erziehungsverhalten, Missbrauch und Vernachlässigung

Zusammenfassung

Theoretische Modelle und empirische Befunde belegen, dass Alexithymie von biografisch frühen Umwelteinflüssen determiniert wird. Dazu gehören auch Erziehungsfaktoren und Misshandlungen in der Kindheit; empirische Arbeiten haben jedoch inkonsistente Befunde zu deren Assoziation mit Alexithymie geliefert. Insbesondere ist der differenzielle Einfluss dieser Faktoren bisher nur unzureichend verstanden. 267 psychiatrische Patienten wurden mit Selbstbeurteilungsinstrumenten zu erinnertem elterlichen Erziehungsverhalten, Kindheitstraumatisierungen, aktueller Psychopathologie und Alexithymie untersucht. Trotz einzelner bivariater Zusammenhänge zeigte sich in Regressionsanalysen, dass nur elterliche Kontrolle/ Überbehütung mit dem TAS-20 Gesamtwert und extern orientiertem Denken assoziiert war; Kindheitstraumata prädizierten Alexithymie nicht. Dieser Befund wird in die bisherige Datenlage eingebettet und so interpretiert, dass wahrscheinlich frühkindliche Faktoren für die Entwicklung von Alexithymie relevant sind, die dem deklarativen Gedächtnis nicht zugänglich sind.

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