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Entwicklungspsychologische und neurowissenschaftliche Aspekte der Alexithymie

Zeitschrift: Die Psychodynamische Psychotherapie
ISSN: 1618-7830
Thema:

Alexithymie

Ausgabe: 2009 (Vol. 8): No. 1
Seiten: 23-33

Entwicklungspsychologische und neurowissenschaftliche Aspekte der Alexithymie

Matthias Franz

Stichworte

Neurowissenschaften, Alexithymie, Affektregulation, teilnehmende Spiegelung, Gesichtserkennung

Zusammenfassung

Die Berücksichtigung entwicklungspsychologischer und neurowissenschaftlicher Befunde ermöglicht ein integriertes Verständnis der Alexithymie. Eine Beeinträchtigung emotionaler und empathischer Kompetenzen ist mit einer dysfunktionellen Aktivität in neuronalen Netzen assoziiert, die sich in Abhängigkeit von der Qualität emotionaler Interaktion zwischen Bindungsperson und Kleinkind optimieren. Höhere Kompetenzen der Affektregulation entwickeln sich aus den angeborenen Basisaffekten des Kindes durch teilnehmende kontingente Spiegelung und Affektmarkierung seitens der Bezugsperson. In Feed-back Interaktion mit den – insbesondere im frontoorbitalen System lokalisierten – intuitivempathischen Funktionen der Bezugsperson reifen Affektwahrnehmung/-differenzierung und Affektausdruck beim Kind. Dies ist die Voraussetzung zur Ausbildung eines sicheren Bindungsmusters, welches wiederum die Entwicklung der Mentalisierung und höherer empathischer Kompetenzen ermöglicht. Auf die Bedeutung der elterlichen mimischen Responsivität für diesen emotionalen Lernprozess wird hingewiesen.

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