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Alexithymie und Psychotherapie

Zeitschrift: Die Psychodynamische Psychotherapie
ISSN: 1618-7830
Thema:

Alexithymie

Ausgabe: 2009 (Vol. 8): No. 1
Seiten: 34-45

Alexithymie und Psychotherapie

Michael Rufer; Josef Jenewein

Stichworte

Psychotherapie, Kognitive Verhaltenstherapie, Alexithymie, psychodynamische Therapie, Emotionsregulation

Zusammenfassung

Alexithyme Patientenmerkmale werden in der Literatur mit ungünstigen Verläufen von psychotherapeutischen Behandlungen in Verbindung gebracht. Patienten mit Alexithymie seien wenig geeignet für spezifische Psychotherapien und sollten eher supportiv oder medikamentös behandelt werden. In dieser Übersichtsarbeit wird diese Einschätzung anhand einer Zusammenfassung der Resultate empirischer Studien infrage gestellt. Nicht in allen Untersuchungen psychodynamischer Therapien erwies sich Alexithymie als prognostisch ungünstig und für kognitive Verhaltenstherapien spricht die Datenlage gegen einen solchen Einfluss der Alexithymie auf das Behandlungsergebnis. Vor diesem Hintergrund werden psychotherapeutische Vorgehensweisen diskutiert, welche Schwierigkeiten bei der Gefühlswahrnehmung und -kommunikation berücksichtigen, um alexithyme Patienten mit psychischen Erkrankungen erfolgversprechend behandeln zu können und möglicherweise auch eine Veränderung alexithymer Merkmale zu bewirken. Wünschenswert wäre, dass die Psychotherapieforschung das klinisch sehr relevante Thema Alexithymie zukünftig verstärkt aufgreift.

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