Anzeige

Gesamtübersicht

Dissoziative Amnesien – ein Krankheitsbild mit wahrscheinlicher epigenetischer Komponente

Zeitschrift: Persönlichkeitsstörungen: Theorie und Therapie
ISSN: 1433-6308
Thema:

Epigenetik

Ausgabe: 2015 (Vol. 19): No. 3
Seiten: 195-211

Dissoziative Amnesien – ein Krankheitsbild mit wahrscheinlicher epigenetischer Komponente

H. J. Markowitsch

Stichworte

dissoziative Störungen, Identität, Bewusstsein, kindliche Entwicklung, mnestisches Blockadesyndrom

Zusammenfassung

Mögliche Zusammenhänge zwischen dem psychiatrischen Krankheitsbild der dissoziativen Amnesie und epigenetischen Einflüssen werden dargestellt. Dissoziative Amnesien stellen ein sehr schwerwiegendes und häufig chronisches Krankheitsbild dar, bei dem Betroffene in der Regel den Zugang zu und die Verarbeitung von episodisch-autobiografischen Gedächtnisinhalten verlieren, weswegen man auch vom mnestischen Blockadesyndrom spricht; dieser Terminus zeigt an, dass die Amnesie nicht permanent sein muss und die Erinnerungen nicht gelöscht sind. Dissoziative Amnesie geht meist mit Veränderungen des Selbst (Identitätsstörungen, Identitätsverlust) einher, da durch die fehlende persönliche Erinnerung auch der Zugang zur eigenen Entwicklung und den damit verbundenen Charakterzügen nicht mehr bewusst herstellbar ist. In sehr seltenen Fällen kann es auch zu einer umgekehrten Phänomenologie kommen, nämlich zur Unfähigkeit, sich Neues bewusst bleibend anzueignen. Es wird angenommen, dass Stress- und Traumazustände die Ursache für das Auftreten dissoziativer Amnesien darstellen. Diese Erkenntnisse zeigen, wie bedeutend gesunde biologische und soziokulturelle Umwelten für die menschliche Entwicklung und das Wohlbefinden sind.

Artikel, die Sie auch interessant finden könnten...

1.
Sven Olaf Hoffmann

PTT - Persönlichkeitsstörungen: Theorie und Therapie 2007 11 1: 12-20

2.
R. Wörz

Nervenheilkunde 2007 26 3: 167-171

3.

C. Spitzer, H. J. Freyberger

Die Psychiatrie 2006 3 1: 11-17



PTT Persönlichkeitsstörungen: Theorie und Therapie 2/2017: Spezifische Therapieverfahren und Settings

Als Goldstandard bei der Behandlung von Patienten mit Persönlichkeitsstörungen gilt die intensive,...

Zeitschrift PTT erscheint seit 20 Jahren

Stuttgart, März 2017 – In diesem Jahr feiert die Fachzeitschrift PTT „Persönlichkeitsstörungen:...

PTT 1/2017

Integration von Schulen in der Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen