Dr. Wulf Bertram zu Gast in Bayern alpha

Wulf Bertram ist nicht nur verlegerischer Geschäftsführer des Schattauer Verlags, sondern auch Psychotherapeut mit eigener Praxis und Arzt.

Der vielseitig interessierte und engagierte Publizist und Mediziner war zu Gast in der Sendung „alpha-Forum: Prominente Persönlichkeiten im Gespräch“ des ARD Bildungskanals alpha. Im Gespräch mit Moderator Michael Appel berichtet er, wie er zur Psychotherapie und zur Medizin kam, welche Fragen ihn besonders beschäftigen und wie er schließlich den Weg ins Verlagswesen fand.

Dr. med. Dipl.-Psych. Wulf Bertram studierte zunächst Psychologie. Sein Antrieb war, wie er zu Beginn des Gesprächs erklärt, „etwas über die Tiefen des Menschen, über seine Seele zu wissen“. Eine Vorlesung zur Hirnphysiologie veranlasste ihn schließlich, parallel ein Medizinstudium aufzunehmen. „Eines Tages war ich promovierter Arzt und Diplompsychologe“, fasst er zusammen.
Bereits als junger Arzt und Psychotherapeut setzte er sich intensiv mit den Zusammenhängen von Körper und Geist auseinander. Denn für ihn stand fest, dass jede Krankheit zwei Dimensionen hat. „Dabei gab es in meiner Anfangszeit damals sozusagen zwei Medizinen nebeneinander, einen regelrechten Dualismus aus somatischer und psychosomatischer Medizin. Und diese beiden Richtungen kamen irgendwie nicht mehr zusammen“, erinnert er sich. Das Buch „Psychosomatische Medizin“ des Internisten Thure von Uexküll war eines der ersten, das Bertram als Lektor betreute, und ihn sowohl als Arzt und Psychotherapeut wie auch als im Verlag Tätigen prägte. Die große Leistung von Thure von Uexküll sei seine Vorreiterrolle bei der Überwindung dieses Dualismus` gewesen, so Bertram. „Die beiden Bereiche, also die somatische und die psychologische, also sprechende Medizin, wachsen heute mehr und mehr zusammen“, erklärt er. Aus seiner Sicht jedoch noch nicht weit genug: „Die sprechende Medizin steht hinter der technischen, der biotechnischen Medizin zurück, die immer noch höher bewertet wird –  auch im Hinblick auf die Vergütung durch Krankenkassen.“ Wenn Gespräche mit Patienten nicht entsprechend honoriert würden, sei es kein Wunder, dass Ärzte sich dafür kaum Zeit nehmen könnten, so Bertram. Da müsse sich wirklich was ändern, fordert er.


Als verlegerischer Geschäftsführer des Schattauer Verlags hat Wulf Betram die Chance genutzt, das Zusammenwachsen von Somatik und Psychosomatik publizistisch zu unterstützen und zu begleiten. Aus zwei Titeln zu diesem Thema, die es in seiner Anfangszeit bei Schattauer gab, hat er ein umfangreiches, hochqualifiziertes Programm entwickelt.


Dazu gehört auch der Themenbereich Hirnforschung, für den sich Wulf Bertram in besonderem Maße interessiert und einsetzt. Im Gespräch mit Michael Appel erläutert er die Entwicklung dieser Disziplin und erörtert Anwendungsbereiche in Psychiatrie und Pädagogik.


Das Programm, das er unter dem Titel „Wissen und Leben“ hierzu entwickelt hat, umfasst nicht nur Fachbücher für Experten, sondern auch unterhaltsame Lesebücher und Ratgeber für interessierte Laien. „Ich möchte den Lesern auf unterhaltsame Weise Wissen vermitteln“, so Bertram.


Das gesamte 45-minütige Gespräch zwischen Wulf Bertram und Michael Appel  finden Sie hier.
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